20 Jahre Alzheimer Gesellschaft Stormarn: Hilfe für Betroffene, so lange es geht

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Ahrensburg (ve). Demenzerkrankungen wie Alzheimer sind eine schwere Diagnose. In Stormarn will die Alzheimer Gesellschaft Betroffenen helfen.

20 Jahre Alzheimer Gesellschaft Stormarn. Sie wollen Betroffenen und ihren Angehörigen helfen: Lydia Gosch von der Beratungsstelle,die Vereinsvorsitzende Helma Schuhmacher, die Ehrenamtliche Betreuerin Hilka Sierke-Berndt und die Fachkraft für Betreuung von Demenzerkrankten Heike Holzmüller (von links).  Foto:ahrensburg24.de

20 Jahre Alzheimer Gesellschaft Stormarn. Sie wollen Betroffenen und ihren Angehörigen helfen: Lydia Gosch von der Beratungsstelle,die Vereinsvorsitzende Helma Schuhmacher, die Ehrenamtliche Betreuerin Hilka Sierke-Berndt und die Fachkraft für Betreuung von Demenzerkrankten Heike Holzmüller (von links).
Foto:ahrensburg24.de

Und das tut sie seit inzwischen 20 Jahren. 1997 wurde die Gesellschaft gegründet mit dem Ziel, betroffenen Familien zu helfen und Öffentlichkeit für die Demenzerkrankungen herzustellen.

Seit 1998 aktiv in der Alzheimer Gesellschaft und heutige Vorsitzende ist Helma Schuhmacher. Die frühere Ahrensburger Bürgervorsteherin wurde für dieses Engagement im Januar 2017 mit der Ehrennadel der Stadt Ahrensburg ausgezeichnet. Sie ist die erste Ahrensburgerin, die diese Auszeichnung erhalten hat.

Alzheimer Gesellschaft: Für eine neue Aufmerksamkeit der Krankheit gegenüber

„Ich habe durch die Pflege meines an Alzheimer erkrankten Vaters vor 20 Jahren erfahren, wie schwer es Menschen mit dieser Erkrankung haben“, sagt sie noch heute. Die Pflege und der Umgang mit Demenzerkrankten in den Krankenhäusern und Einrichtungen sei früher vielfach von Hilflosigkeit und Unwissenheit geprägt gewesen. Das habe sie schließlich dazu gebracht, sich ehrenamtlich zu engagieren.

„Die Hilflosigkeit gibt es heute noch“, hat sie beobachtet. „Auch wenn in manchen Häusern die Pflege dieser Menschen sich verbessert hat, ist es doch noch dringend erforderlich, dass das Pflegepersonal besser geschult wird.“ Menschen mit einer Demenzerkrankung bräuchten eine bestimmte Art der Ansprache in der Pflege, eine andere Art des Umgangs, viele ihrer Äußerungen seien nur mit ausreichend Vorwissen über die Krankheit zu verstehen. Dafür gibt es sogar eine Ausbildung zur Fachkraft für Betreuung von Demenzerkrankten. Und schließlich geht es am Ende darum, einen Menschen nach einem langwierigen Krankheitsprozess an einen Lebensende zu führen, das noch ein Mindestmaß an Würde hat.

Gruppenarbeit: Spaß für die Betroffenen, Entlastung für die Angehörigen

Für die Alzheimer Gesellschaft Stormarn beginnt die Krankheit aber viel früher. „Wir bieten Gruppenarbeit an“, erläutert es Helma Schuhmacher, „in denen die Erkrankten, die Zuhause leben, für ein paar Stunden betreut werden. Dort erfahren sie spezielle Rituale, Handlungsabläufe und Übungen sowie natürlich Gemeinsamkeit.“ Dies bedeute den Erkrankten sehr viel, gebe ihnen Halt in einem schweren Alltag.

Mindestens genauswo wichtig, wenn nicht noch wichtiger, ist diese Betreuung jedoch für die pflegenden Angehörigen. „Es geht darum, sie in ihrer pflegenden Arbeit zu entlasten“, so Schuhmacher. Denn: „Aufhalten oder verändern können wir den Krankheitsverlauf nicht“, ergänzt Hilka Sierke-Berndt, „das lässt dieses Krankheitsbild nicht zu.“

Hilka Sierke-Berndt ist eine der Ehrentamtlichen in dem Verein, seit 13 Jahren engagiert sie sich in der Gruppenarbeit. Die Gruppen mit sieben bis acht Erkrankten werden jeweils therapeutisch begleitet von einer hauptamtlichen Fachkraft für die Betreuung von Demenzerkrankten und vier ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sierke-Berndt: „Das macht unglaublich viel Spaß, wir lachen sehr viel in den Betreuungsgruppen.“ Hauptamtlich betreut seit vier Jahren Heike Holzmüller die Gruppenarbeit.

Neue Gruppe: Für an Frühdemenz Erkrankte

Die Veränderung des Krankheitsbildes hat es inzwischen sogar notwendig gemacht, dass eine Selbsthilfegruppe für jüngere Betroffene angeboten wird. Menschen im Alter von 50 bis 60 Jahren treffen sich dort, sie sind betroffen von einer Frühdemenz. Schuhmacher: „Während die älteren Erkrankten sich in die Krankheit fügen, ist es für die jüngeren oft schwerer zu ertragen. Sie merken, wie sich ihre Gedächtnisleistung verändert und setzen sich mehr mit der Krankheit auseinander.“ In der Gruppe gibt es Gelegenheit zur Hilfe und zum Austausch.

Ein großer Bereich der Alzheimer Gesellschaft Stormarn Selbsthilfe Demenz – wie sie mit vollem Namen heißt – sind zudem die Beratungsgespräche. Wird bei einem Betroffenen eine Demenzerkrankung diagnostiziert, können er und seine Familie sich Rat und Hilfe in den Beratungsstunden holen, die Helma Schuhmacher anbietet.

Wer möchte mitmachen? Fahrer für Kleinbustouren werden gesucht

Die Zahl der Gruppenangebote ist in den vergangenen 20 Jahren von einer Gruppe auf sechs Gruppen gewachsen. 100 bis 150 Beratungsgespräche werden von dem Verein jährlich geführt. Das ehrenamtliche Engagement ist groß, eines allerdings fehlt: „Wir bräuchten noch einen Fahrer oder eine Fahrerin für unseren Bus“, betonen Helma Schuhmacher und Hilka Sierke-Berndt. Denn die Menschen, die an den Gruppen teilnehmen, werden jeweils von Zuhause abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

20 Jahre Verein: Gefeiert mit einem Festakt und einem Fachvortrag

Gefeiert werden soll dies alles am Freitag, 10. November 2017, von 17.30 Uhr an im Marstall in Ahrensburg, Lübecker Straße 10. Die Festrede wird die frühere Kreispräsidentin Christa Zeuke halten, die der Gesellschaft seit langem verbunden ist und ihre Arbeit begleitet. In einem Interview werden Heike Holzmüller und Helma Schuhmacher von der Krankheit und der Alzheimer Gesellschaft erzählen, Musikalisch begleitet wird der Abend von dem Ensemble „Musica Latina“, kleine Kunststücke zeigt der Zauberer Salvatore Sabbatino, die Moderation des Abends hat Armin Diedrichsen.

Und noch einen besonderen Programmpunkt gibt es: Ein Chor der Alzheimer Gesellschaft wird auftreten, er hat sich unter der Leitung von Anne Amrhein aus den Reihen der Alzheimer Gesellschaft zusammengefunden.

Zu einem Fachvortrag über das Krankheitsbild schließlich lädt die Gesellschaft am Mittwoch, 22. November 2017, in das Peter-Rantzau-Haus, Manfred-Samusch-Straße in Ahrenbsurg. Ab 18 Uhr wird Dr. med. Dirk Wyszomirski, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, sprechen.

Ihr Büro hat die Alzheimer Gesellschaft Stormarn Selbsthilde Demenz im Peter-Rantzau-Haus in Ahrensburg, Manfred-Samusch-Straße 9. Beratungsstunden bietet der Verein an immer montags und mittwochs in der Zeit von 10 bis 12 Uhr, telefonisch ist der Verein unter Telefon 04102 / 82 22 22 zu erreichen.

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