Trauer-Konzert für Gottfried Böttger: Diese Feier hätte ihm sicher gefallen!

0

Ahrensburg (ve/sam). Das wäre ein Abend ganz im Sinne von Gottfried Böttger gewesen – und damit eine Trauerfeier, wie sie kaum angemessen hätte sein können.

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Axel Zwingenberger und Udo Lindenberg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Axel Zwingenberger und Udo Lindenberg.
Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Der Pianist war am 16. Oktober 2017 verstorben. Im Ahrensburger Restaurant Strehl haben sich am 2. November 2017 zahlreiche Musiker, Freunde, Bekannte, Fans und Trauernde zusammen gefunden, um Gottfried Böttger zu gedenken. Vor allem mit einem: mit Musik.

Ein großes Bild des verstorbenen Künstlers stand neben der Bühne. Auf selbiger gleich zu Beginn der erner der schönsten Momente des Abends: Freund und Kollege Udo Lindenberg und Böttgers Sohn Bendix spielten zusammen. Sie haben es in dieser Form vorher noch nie getan und sie rühren mit ihrer Musik den ganzen Saal mit einem besonderen Klassiker: „Meckie Messer“ von Bertold Brecht und Kurt Weill.

Kaum zu benennen und aufzuzählen ist dann, wer sich im Anschluss das Mikrofon auf der Bühne in die Hand gegeben hat. Eine Session entstand, die gezeigt hat: Traurig – ja, aber trauernd die Köpfe hängen lassen – nein. Jubel, begeisterter Applaus, Swing, Boogie-Woogie und Jazz waren den Anwesenden ein viel besserer Weg, Abschied von dem großen Künstler zu nehmen.

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Durch den Abend führte der Freund und Kollege Axel Zwingenberger – schließlich ist auch er ein Ahrensburger. Dann saß er mal wieder selber an eben jenem besonderen elektronischen Klavier, dass Gottfried Böttger erst vor wenigen Monaten für sich speziell hat bauen lassen – quasi ein Transport-Flügel.

Und schließlich zollte auch Bürgermeister Michael Sarach dem Verstorbenen Respekt: „Dieser Abend ist genau der richtige Rahmen, von Gottfried Böttger Abschied zu nehmen. Die Musik, die er geliebt hat, der er so viel gegeben hat, in seinem Angedenken zu hören. Gottfried Böttger ist, war und bleibt eine Bereicherung für diese Stadt. Was er für diese Stadt und ihre Musikszene geleistet hat, ist von herausragender Bedeutung und dafür ist ihm die Stadt sehr, sehr dankbar. Er war so voller Ideen und voller Projekte und ist mit solcher Begeisterung an diese Dinge herangegegangen.“

Den Auftakt der langen Session machten dann die engen Freunde und Wegbegleiter Manusch Weiß und Roberto Weiß mit Jürgen Attig. Dann folgte ein Auftritt nach dem anderen. Mit dabei neben den oben genannten: Reiner Regel, Günther Brackmann, Abbi Hübner und Band, Benny Alvers, Peter Achner und Band, Mario Menssel, Gunther Andernach, Mathias Schlechter, Dave Bowler, Ezio Nori und viele andere mehr.

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Mit dabei: Finn Fleischer und Johanna Zimmermann. Die beiden jungen Musiker haben über die Jazzcombo der Stormarnschule zu der Musik gefunden und mit ihrer Musik die Aufmerksamkeit von Gottfried Böttger auf sich gezogen. Beide haben Unterrichtsstunden bei ihm genommen, beiden und insbesondere Johanna Zimmermann hat Gottfried Böttger als großes Talent seine Bühne geboten. Zweimal hat er gemeinsam mit Johanna Zimmermann in Ahrensburg ein Konzert gegeben.

Nun auf dieser Bühne zu stehen, war für beide nicht einfach – nicht nur, wegen der vielen Musikerinnen und Musiker im Saal. Sondern vor allem im Gedenken an ihren Lehrer und Mentor. „Mir war der Hals schon ein bisschen eng“, gesteht Johanna Zimmermann und Finn Fleischer ging es am Klavier ähnlich: „Meine Finger haben am Anfang gezittert.“ Vor allem bei „Summertime“, einem Lied von besonderer Bedeutung in der gemeinsamen Zeit von Johanna Zimmermann und Gottfried Böttger.

„Wenn Gottfried Böttger auf der Bühne dabei war, hat er mich immer mit seiner Musik getragen. Es war so ein sicheres Fundament, auf das ich mich fallen lassen konnte“, so beschreibt es Johanna Zimmermann, „und ich merke jetzt auf der Bühne, dass es nicht mehr da ist.“

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Abschied von Gottfried Böttger: Konzertabend für den verstorbenen Musiker in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Voraus gegangen war der Veranstaltung am Abend eine Trauerfeier in Hamburg Harvestehude. Auch dort wurde schnell die Wirkung des Musikers deutlich – denn Bischöfin Kirsten Fehrs sang und zeigte sich damit in einer neuen Rolle. Sie war auch am Abend in Ahrensburg dabei.

Traurig waren wohl alle Gäste dieses Abends – aber bei der begeisternden Musik auf der Bühne wandelte sie sich in eine freudige Stimmung. Gottfried Böttger hätte es sich sicher genauso gewünscht.

Lesen Sie auch: „Zum Tod von Gottfried Böttger: Er wird fehlen in der Schlossstadt

Berichte über Projekte von und mit Gottfried Böttger in der Schlossstadt auf ahrensburg24.de: https://ahrensburg24.de/?s=gottfried+böttger

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren