Letter of Intent für Minerva und Victoria: Hamburg und Schleswig-Holstein wollen gemeinsames Gewerbegebiet

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Stapelfeld (ve). Die Kratzmann’sche Kate in Stapelfeld war heute der Ort für wichtige Unterschriften: Hochrangige Politiker unterzeichneten einen „Letter of intent“ für ein länderübergreifendes Gewerbegebiet.

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des "Letter of intent" in der Kratzmann'schen Kate in Stapelfeld. Bürgermeister Jürgen Westphal (rechts) begrüßt Senatoren, Minister und Landrat. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des „Letter of intent“ in der Kratzmann’schen Kate in Stapelfeld. Bürgermeister Jürgen Westphal (rechts) begrüßt Senatoren, Minister und Landrat.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der hohe Besuch waren aus der Hamburger Bürgerschaft Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, der Kieler Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Hamburger Verkehrssenator Frank Horch. Daneben saßen Landrat Dr. Henning Görtz, der Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal. Mit dabei auch Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, die das Gebiet vermarktet.

Sie alle wollen, dass das Hamburger Gewerbegebiet Merkurpark sich um den Victoria Park und den Minvera Park auf dem Gebiet der Gemeinde Stapelfeld erweitert. Und da sie das gemeinsam machen möchten, wird aus einem Projekt zwischen Wandsbek und Stapelfeld ein Projekt zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf dem Gebiet der Gemeinde Stapelfeld sollen etwa 13 Hektar Fläche bebaut werden, auf Hamburger Gebiet etwa 26,5 Hektar Gewerbefläche.

Gewerbegebiet Merkurpark wird um 39 Hektar erweitert

„Eine solche Zusammenarbeit zwischen den Ländern ist nicht so häufig“, stellte Dorothee Stapelfeldt fest, „es ist eine tolle Leistung, dass dieses Gewerbegebiet gemeinsam entwickelt werden konnte. Denn es bringt auch Wohnen und Arbeit über die Landesgrenze enger zusammen und macht eine gemeinsame Lösung möglich.“

Mit der Unterzeichnung des „Letters of Intent“ legen sich die beiden Länder nun fest, dass sie verbindlich planen wollen. Aus einem „Wir könnten doch mal“ wird also jetzt ein „Jetzt lasst uns mal konkret schauen“. Denn rechtlich bindend ist so eine Absichtserklärung für die beiden Länder nicht, aber Fundament für notwendige Planungsänderungen.

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des "Letter of intent" in der Kratzmann'schen Kate in Stapelfeld. Detlev Hinselmann von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) gibt den Startschuss für die Unterzeichnung an Senatorin Dr. Dorothee Westphal, links Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Minister Dr. Bernd Buchholz, rechts Senator Frank Horch. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des „Letter of intent“ in der Kratzmann’schen Kate in Stapelfeld. Detlev Hinselmann von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) gibt den Startschuss für die Unterzeichnung an Senatorin Dr. Dorothee Westphal, links Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Minister Dr. Bernd Buchholz, rechts Senator Frank Horch.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Zum Beispiel in Schleswig-Holstein, Minister Bernd Buchholz: „Schleswig-Holstein hat derzeit ein recht starres Achsenkonzept und von diesem weicht die Planung für dieses Gewerbegebeit ab.“ Bisher ist die Zielvorgabe für das Gelände „Landwirtschaft“, nun muss sie auf „Gewerbegebiet“ geändert werden. Die Gemeinde Stapelfeld hat diese Änderung bereits beantragt, Änderungen zum Flächennutzungsplan und zur Vorentwurfsplanung sind auf den Weg gebracht. Dem Land, so Buchholz, falle es nun auf Basis dieser Absichtserklärung einfacher, die Zielvorgabe für das Gebiet zu verändern. Nebenbei ließ Buchholz – seit fünf Monaten in der neuen Jamaica-Koalition in Kiel im Amt – wissen: „Über dieses Achsenkonzept müssen wir sowieso noch einmal reden.“

Landschaftsplanung und Verkehrsplanung als „Hausaufgaben“

Die Folgen wiederum liegen auch in erster Linie auf schleswig-holsteinischem Gebiet. Denn das neue Gewerbegebiet kann so attraktiv sein, weil es so dicht an der Autobahn 1 liegt. Der zusätzliche Verkehr würde also in erster Linie die Stormarner und die Stapelfelder treffen. „Darüber müssen wir noch reden und gemeinsam eine Lösung finden“, betonte Bürgermeister Westphal. „Verkehrsplanung und Landschaftsplanung sind noch unsere Hausaufgaben“, schloss sich Landrat Görtz an. „Darum werde ich mich kümmern“, entgegnete Senator Horch.

Landschaftsplanung – auch das sei ein Ziel, betonten alle: Das neue Gewerbegebiet soll durch Ausgleichsflächen und neue Gestaltung der Landschaft um Stapelfeld herum eine gelungene Verbindung von Ökonomie und Ökologie sicher stellen. Der Landschaftsschutz spiele eine große Rolle, betonten Horch und Buchholz.

Kritik am Gewerbegebiet gibt es aber vor allem mit Blick auf die Natur, insbesondere betreffend des Landschaftsraumes „Die Große Heide“. Westphal: „Dem versuchen wir zu begegnen, in dem wir im Landschaftsplan eben konkret planen.“ Gegner dieser Planung sollten sich dieser Vorgaben bewusst werden. Senator Horch sieht das genauso: „Es ist wichtig, in ein Dialogverfahren zu treten, er sollte intensiv geführt werden.“ Auf die Politik wartet also noch Überzeugungsarbeit.

„Dynamische Wirtschaftsentwicklung“ in der Metropolregion Hamburg

Überzeugungsarbeit auch, weil die Stapelfelder fürchten könnten, zwar recht viele Pflichten – wie eben Straßenbau – zu haben, aber wenig Rechte. Denn nur zehn Prozent der Einnahmen aus dem Gewerbegebiet – so hieß es am Rande der Sitzung – flössen in die Kassen der Gemeinde Stapelfeld.

Dringend erforderlich sei der Bau dieses Gewerbegebietes, darin waren sich alle sicher. Sie sei geschuldet der „dynamischen Wirtschaftsentwicklung in der Metropolregion“, betonte es Dorothee Stapelfeldt. Bernd Buchholz beschrieb es mit den Worten „Hamburg platzt aus allen Nähten“. Und über die Neuansiedlungen von Gewerbe im „Kirchturmdenken zu verharren“ und sie durch Debatten über Ländervorgaben oder Steuerstreitigkeiten zu riskieren, sei „nicht schlau“, so Buchholz.

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des "Letter of intent" in der Kratzmann'schen Kate in Stapelfeld, die Unterzeichnenden sind Minister Dr. Bernd Buchholz, Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senator Frank Horch (sitzend von links) sowie Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, Landrat Dr. Henning Görtz und Bürgermeister Jürgen Westphal (stehend von links). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Gewerbegebiet Minerva und Victoria in Rahlstedt und Stapelfeld: Unterzeichnung des „Letter of intent“ in der Kratzmann’schen Kate in Stapelfeld, die Unterzeichnenden sind Minister Dr. Bernd Buchholz, Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senator Frank Horch (sitzend von links) sowie Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, Landrat Dr. Henning Görtz und Bürgermeister Jürgen Westphal (stehend von links).
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

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