Schlosskirche Ahrensburg: Gospel und Bach begeisterten ihr Publikum

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Ahrensburg (ve). Mit zwei Konzerten hat die Schlosskirche Ahrensburg den Gesang groß gefeiert.

Die Kantorei der Schloßkirche Ahrensburg mit dem Ahrensburger Kammerorchester unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Kantorei der Schloßkirche Ahrensburg mit dem Ahrensburger Kammerorchester unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Was gibt es zu feiern in diesem Jahr? Natürlich – das Lutherjahr und somit 500 Jahre Reformation. Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff hat dafür mit der Kantorei der Schloßkirche das Oratorium „Vom Reiche Gottes“ nach einer Idee von Albert Schweitzer aufgeführt. Kirchenmusik von Johann Sebastian Bach ist in diesem Oratorium von Hans Grischkat zusammengestellt.

Kantorei der Schloßkirche singt „Vom Reiche Gottes“ von Johann Sebastian Bach

Für die Kantorei der Schloßkirche war dieses abendfüllende und anspruchsvolle Werk durchaus nicht zu hoch gegriffen. Sie führten ihr Publikum in der dicht besetzten Kirche vom zweifelnden Beginn der Chöre und Choräle zu den Lobpreisungen. Sie zauderten im Chor „Wir müssen durch viel Trübsal“ und ließen den quälenden Gedanken und Gefühlen musikalisch Raum. Sie drohten mit wummernder Kraft in „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“.

Fornoff legte in diesen Chor so viel Macht, dass die Sängerinnen und Sänger intensiv körperlich im Rhythmus mitschwangen. Auch in anderen Chören lenkte er das Augenmerk der Sänger auf den Bass, formte so einen Rahmen, an dem sich der Chor orientierte. Es entstand, begleitet vom Ahrensburger Kammerorchester, ein durchaus schwerer Klang, schlüssig in der Gewichtung der Botschaft.

Die Hauptbotschaft aber gab die Kantorei selber den Chorälen, denn befreiend und befreit strahlte ihr Gesang in allen Chorälen des Oratoriums besonders. Die Freude am Gesang drang durch die Kirche. So wurde ganz nebenbei eines deutlich: Warum die Kirchenmusik in Folge der Reformation so sehr zum Selbstbild der Protestanten beigetragen hat.

Gospelchor der Schloßkirche: Zum 20. Geburtstag ein abwechslungsreiches Konzert

Wenige Wochen zuvor stand Fornoff am Pult des Gospelchors. Er hatte sich zum 20. Geburtstag die „Missa Rotna“ gewünscht, eine Pop-Messe von Bent Peder Holbech. In den fünf Teilen zeigte sich der Gospelchor wandelfähig. In der „Kyrie“ betonte er die lyrischen Momente, das „Gloria“ gestaltete er machtvoll fordernd.

Das Credo ist eine selten gehörte Mischung aus lateinischem Glaubensbekenntnis, kristallklarer Stimmenführung in den Soli von Sopran (Wiebke Krull) und Bariton (Patrick Scharnewski) und rhythmisch-populärem Chor, der förmlich swingt. Musikalische Welten treffen aufeinander, Fornoff hält sie zusammen und der Gospelchor präsentiert sie mit ernsthafter Freude.

Ähnlich im „Agnus dei“. Auch in diesem großen Chor gelingt die Zusammenführung von diffiziler Feingliedrigkeit, swingender Fülle und lyrischer Freude. Ein schönes Geburtstagsgeschenk für einen Chor, der sich gerne mit den Worten „Nein, ein typischer Gospelchor war dieser Chor nie“ beschreibt.

Die Missa Rotna wurde ergänzt durch Spirituals und einer Popsuite für Flöten und Tasten. Ulrike und Ulrich Fornoff spielten diese Suite an E-Piano und Blockflöte und brachten das Kunststück fertig, südamerikanische Rythmen mit dafür eher unüblichen Instrumenten erlebbar zu machen.

Das Publikum war in beiden Konzerten sehr begeistert, forderte im Oratorium eine Zugabe – und durfte sie bei Gospelchor gleich selber singen. In „Rock my soul (in the bosom of abraham)“ dirigierte Fornoff kurzerhand den ganzen Kirchsaal zu einem Kanon, was diesem sichtlich gefiel.

Der Gospelchor der Schloßkirche Ahrensburg bei seinem Konzert zu seinem 20. Geburtstag. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Gospelchor der Schloßkirche Ahrensburg bei seinem Konzert zu seinem 20. Geburtstag.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

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