Umweltausschuss: Der Lärm wird leiser – oder auch nicht

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Ahrensburg (ve). Auf dem Umweltausschuss wurde jüngst die neue Lärmkartierung für Ahrensburg vorgestellt. Ob es leiser wird in der Stadt? Man weiß es nicht.

Statistik ist Statistik – wandelbar, unkonkret, für Interpretationen offen. Soll heißen: Zwar sagen die Daten in der neuen Kartierung, dass es in Ahrensburg ein bisschen leiser geworden sei. Aber eben nicht so richtig, so Referent Mirco Bachmeier vom Büro Lärmkontor Hamburg-Altona. Änderungen der Parameter für die Statistik, neue Messinstrumente und anderes ließen vermuten, dass es eigentlich immer noch genauso laut ist, wie zu Beginn der Kartierung vor zehn Jahren.

Noch eine Erkenntnis hat die inwischen dritte Lärmkartierung gebracht: Laut ist es in Ahrensburg in erster Linie an den Hauptverkehrsstraße und davon insbesondere die Hamburger und die Lübecker Straße. Mit Bezug auf die Anzahl betroffener Anwohnerinnen und Anwohner empfiehlt das Gutachten daher an Schwerpunkten entlang dieser Straßen Lärmschutzmaßnahmen.

Doch halt – natürlich ist auch die Bahn ein großer Lärmfaktor. Dieser Lärm aber wird nicht im Rahmen des Lärmschutzgutachtens erfasst, sondern von der Deutschen Bahn direkt. Und gerade derzeit natürlich deswegen, da Lärmschutzmaßnahmen im Zuge des Ausbaus der Strecke für das S-Bahn-Gleis der S4 geplant werden.

Ahrensburg bereitet derzeit eine Resolution zu den Lärmschutzmaßnahmen an der Bahn vor, die in der gleichen Sitzung behandelt wurde. Dort spricht die Stadt sich gegenüber der Deutschen Bahn dafür aus, die für den Lärmschutz geplanten Wände durch die Ahrensburger Innenstadt zumindest im direken Innenstadtbereich durch andere Lärmschutzmaßnahmen zu ersetzen. Die Mitglieder des Umweltausschusses haben sich bei einer Enthaltung für diese Resolution ausgesprochen.

Und dann wäre da noch der Fluglärm – gefühlt ein wichtiges Thema für die Ahrensburger. Doch das Gutachten führte die Mitglieder des Ausschusses auf die nackten Tatsachen zurück: Laut Statistik ist der Fluglärm für die Ahrensburger kein Fluglärm. Gemessen werden nämlich nicht einzelne – laute – Maschinen, sondern die Gesamtbelastung durch den Fluglärm. Aus diesem Blickwinkel liegt Ahrensburg außerhalb der Zone, in der der Fluglärm zu einem Risiko für die Gesundheit werden kann. Die stete Lärmbelastung entlang der Straßen sei im Vergleich höher und erreiche in Teilbereichen den gesundheitsgefährdenden Bereich, so der Gutachter.

Das Lärmschutzutachten wird auf Basis der EU Umgebungslärmrichtlinie alle fünf Jahre erstellt. Vor zehn Jahren wurde das erste Gutachten erstellt, dass anschließend in einer Lenkungsgruppe aufgeabreitet wurde. So wurden Maßnahmen benannt, die die Ahrensburger vor Lärm schützen sollen. Dieser Lärm ist heute noch ähnlich wie vor zehn Jahren. Heinz Baade vom Umweltamt der Stadt: „In der Lenkungsgruppe wurden Maßnahmen erarbeitet, die wir jetzt nach und nach umsetzen.“

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