Vortrag beim Interkulturellen Herbst: Wie Subsahara die Sackgasse verlassen kann

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Ahrensburg (ve/pm). Entwicklungshilfe – seit der Flucht vieler Menschen aus ihrer Heimat Afrika ist sie in der Diskussion. Wie kann sie sinnvoll gestaltet werden?

Sondierungsgespräche für eine Kampagne zur Alphabetisierung und Vermittlung von Grundkenntnissen für Frauen von Kreditgruppen - Rainer Gruszczynski mit Guérin Kouka. Foto:privat

Sondierungsgespräche für eine Kampagne zur Alphabetisierung und Vermittlung von Grundkenntnissen für Frauen von Kreditgruppen – Rainer Gruszczynski mit Guérin Kouka.
Foto:privat

Entwicklungshilfe für Afrika verliert in der Bevölkerung an Ansehen. Vielfach wird kritisiert, dass die Erfolge der seit den 1960er Jahren geleisteten Entwicklungshilfe in und für Afrika sehr überschaubar geblieben sind. Gleichzeitig gebe es reichlich Korruption und Betrug durch Mitglieder lokaler Eliten, so Beobachter. Einige Kritiker der Entwicklungshilfe geben zu bedenken, dass Entwicklungshilfe nicht funktionieren kann, solange sie auf westlichen Konzepten beruhe.

Vor diesem Hintergrund untersucht der Ahrensburger Rainer Gruszczynski die Rolle des traditionellen afrikanischen Wertes „Gemeinschaft“. Er erleichtere dem Einzelnen zwar das Überleben sowie Heimat und Wärme, aber er behindere auch die
Entwicklung im heutigen Afrika erheblich. Gruszczynski hat beobachtet, dass wirtschaftlicher Erfolg in Afrika infolge von Entgleisungen dieses Wertes sogar häufig bestraft werde. Eine Weiterentwicklung im Denken und Handeln der Afrikaner könne aber, so Gruszczynski, nicht von außen herbeigeführt werden, sondern nur durch lokale integre Führer.

Die Veranstalter, Aktiven und Akteure des Interkulturellen Herbstes 2017 mit Schirmherr Bürgermeister Michael Sarach (hinten rechts). Foto:ahrensburg24.de

Die Veranstalter, Aktiven und Akteure des Interkulturellen Herbstes 2017 mit Schirmherr Bürgermeister Michael Sarach (hinten rechts).
Foto:ahrensburg24.de

Vortrag beim Interkulturellen Herbst

Das macht er unter dem Titel „Wie Subsahara die Sackgasse verlassen kann“ zum Thema im Rahmen des Interkulturellen Herbstes. Sein Vortrag ist am Mittwoch, 29. November 2017, um 19.30 Uhr in den Räumen der Volkshochschule Ahrensburg, Bahnhofstraße 24. Die Teilnahme kostet keine Gebühr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Er findet statt im Rahmen des Interkulturellen Gesprächskreises, der vom Netzwerk Migration und Integration angeboten wird und sich ebenfalls am Interkulturellen Herbst in Ahrensburg beteiligt.

Gruszczynski berichtet in dem Vortrag über in Westafrika persönlich erlebten Beispielen. Rainer Gruszczynski war als Diplom-Handelslehrer an einer kaufmännischen Berufsschule in Hamburg tätig. Seit 2006 arbeitet er für gemeinnützige Organisationen als Initiator, Begleiter, Kontrolleur und Buchprüfer von Entwicklungshilfe-Projekten in Westafrika. Währenddessen wurde er dort regelmäßig auch mit Betrug konfrontiert. Deswegen setzt er sich heute im Rahmen seiner Initiative „Cotranga“ ebenso wie als Beirat der „Social-Business-Stiftung“ fast ausschließlich für kreditbasierte Hilfen ein. Er ist Mitglied im „Bonner Aufruf“, einem Zusammenschluss erfahrener Praktiker der Entwicklungshilfe in Afrika aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus nimmt er an der Arbeit der Society for International Development, Hamburg (SID) teil.

Themenbild Interkultureller Herbst 2017. Grafik: Bernard Bonnin

Themenbild Interkultureller Herbst 2017.
Grafik: Bernard Bonnin

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