Gerald Gräf: Terrorwarnung für Hamburg! Neuer Roman

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Großhansdorf (ve). Der Großhansdorfer Autor Gerald Gräf kann heftig, wenn er will. In seinem neuen Buch reizt er das nicht aus.

Gerald-Graef_Cover_Der-Pakt-des-Terroristen_clip_image002[2]Jeder hat den Angriff auf das World Trade Center am 9. September 2001 – 9/11 – vor Augen. Doch könnte so etwas auch in Hamburg passieren? Wie sähe das aus? Ziel gebe es, zum Beispiel die Elbphilharmonie oder Kreuzfahrtschiffe wie die Queen Mary, wenn sie im Hamburger Hafen anliegen. Die Hamburger Polizei jedenfalls ist in Alarmbereitschaft, als eine entsprechende Drohung bei ihr eingeht. Ihren mehr oder weniger professionellen Umgang mit dieser Bedrohung schildert das Buch „Der Pakt des Terroristen„.

Gerald Gräf hat es im Oktober vorgelegt. Düster ist es, Blut fließt auch und besonders optimistisch ist der Thriller auch nicht. Aber doch etwas anders ausgerichtet, als „Der Modellbauer“ und „Gottes unsichtbare Armee“ des Großhansdorfer Autoren.

Gerald Gräf: „Der Pakt des Terroristen“ ist sein vierter Roman

Der Pakt des Terroristen schließt ein wenig an „Der Modellbauer“ an, sind es doch die gleichen Polizeibeamten, die wieder gefordert sind. Kriminalkommissar Daniel Brechter steht im Mittelpunkt der Geschehnisse. Als Folteropfer leicht psychopathisch, aber gut aussehend und harmlos, oder?

Der Großhansdorfer Autor Gerald Gräf. Foto:pm

Der Großhansdorfer Autor Gerald Gräf.
Foto:pm

Bleibt man in Gräfs Bild, muss man in seinen neuen Buch eine neue Infektion diagnostizieren: Defätismus, Wahrheitssuche, Gesellschaftskritik. Ja, sie deutet sich auch in den Vorgänger-Büchern an. Doch Gerald Gräf hat jetzt eine Kernbotschaft, die durchaus mit den Worten des mittelalterlichen Jammertals zu beschreiben sind – die Welt ist schlecht und wird auch nicht besser.

Das eigentliche Übel: Das System Kapitalismus

Diesmal lässt der Autor an der Welt und ihrer Plage – den Menschen – nichts Gutes. Angesichts eines ignoranten und brutalen Kapitalismus, der jegliche Kritik unberührt an sich abperlen lässt, zeichnet er die Verzweiflung der Menschen an ihrer selbst gewählten Höllenfahrt. Und das ist mit Blick auf Umweltvergiftung, soziale Schieflage und zunehmende Gewalt, derer die Menschen sich aussetzen, durchaus wörtlich zu nehmen. Die einen profitieren, die andern sehen in ihrer Not nur noch den Ausweg des Terrors.

Hass auf die Gesellschaft, auf das System, welches Zerstörungen an der Umwelt und soziale Ungerechtigkeiten befördert. Dieser Hass lebt sich im „Pakt des Terroristen“ aus in terroristischer Brutalität – und das ist jetzt mal gar nicht so weltfremd, sondern höchst aktuell. Denn unter der Bedrohung terroristischer Anschläge leben wir ja irgendwie alle.

Gräf kann aber nicht ohne die Note des Übersinnlichen. Wobei Kategorien wie „Göttlich“ oder „Dämonisch“ sich angesichts eines klaren Atheismus eigentlich selber verbieten. Doch reicht dem Autor keine Erklärung, die Terror auf das Fundament des Hasses stellt. Da muss noch mehr sein – resümiert er und flicht eine übersinnliche, geisteskranke Ebene ein. Wann ist Terror eine Folge mentaler Irrungen und wann ist es eine Folge krankhafter Prozesse? Irgendwo dazwischen scheint die Antwort zu liegen.

Gräf baut auf dieses Setting einen Kriminalroman mit verschiedenen Ebenen, Seitensträngen, Vor- und Rückblenden. Dazwischen kommt er ins Plaudern mal über IT-Technik, mal über Bienen oder eben die Elbphilharmonie. Er ist ein kurzweiliger Erzähler, der gerne auch mal jenseits des Wegesrandes seiner Handlung schaut. Nicht nur die Hafencity ist dabei Spielort, sondern auch die im Norden und vor allem im Osten an Hamburg angrenzenden Städte und Gemeinden.

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Ob die Elbphilharmonie stehen bleibt, müssen Sie nun schon selber lesen. Bis Sie zu der Antwort auf diese Frage kommen, haben Sie einiges erfahren über Menschen, die vor keiner Gewalt zurück schrecken, und darüber, woher das kommen könnte.

»Der Pakt des Terroristen« von Gerald Gräf ist im BoD-Verlag erschienen und kann ab sofort unter der ISBN 978-3-7448-9812-6 bestellt werden.

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