Gastbeitrag Emil-von-Behring-Gymnasium: „Tut das weh, ein Glatze geklebt zu kriegen?“

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Großhansdorf (ve/pm). Schulischer Theaterbesuch in Hamburg: Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums trafen nach der Vorstellung die Schauspieler zum persönlichen Gespräch. Lesen Sie einen Gastbeitrag der Schule.

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus. Fragen, Fragen, Fragen: Die Kinder wollen viel von den Schauspielern wissen. Foto:©Heike Blenk

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus. Fragen, Fragen, Fragen: Die Kinder wollen viel von den Schauspielern wissen.
Foto:©Heike Blenk

„Zugabe! Zugabe!! Zuuugaaabe!!!“, skandierten die jungen Zuschauer im Deutschen Schauspielhaus Hamburg, als sich die Schauspieler im Schlussapplaus verbeugten. Begeistert wurde geklatscht und alle wollten mehr sehen. Die Figuren aus Tausendundeiner Nacht sollten nicht hinter dem Vorhang verschwinden. Sie sollten nicht gehen.

Zuvor hatte das Publikum mit Sherazade und ihrem Bruder, dem Großwesir, mitgefiebert, ob es gelingen würde, den bösen Zauberer zu entmachten. Der hatte dem Dschinn aus der Flasche seine Zauberkraft geraubt, dem Seefahrer Sindbad den Mut geklaut und Alibaba die Schlauheit genommen. Und neben all diesen Aufregungen ging es auch darum, dem verbitterten Sultan Sherban seine Lebensfreude zurückzugeben und ihn von seiner Traurigkeit zu heilen. Am Ende war all das gelungen – und nun waren die Zuschauer traurig – dass das Stück schon vorbei war.

Während alle anderen Jungen und Mädchen aus der Theaterwelt auf die Straße und in die Ubahnen strömten, mussten sich die 5b und 5d vom Stormarner Emil-von-Behring-Gymnasium aber noch nicht trennen. Sie konnten einige der Figuren zum Publikumsgespräch im Malersaal treffen, weil Lehrerin Heike Blenk die Schauspieler privat kennt. Und so saßen die Kinder einige Minuten später Sherazade, dem Dschinn und dem Sultan zum Anfassen nah gegenüber.

 Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Schauspielerin Katja Danowski erklärt das Dschinn-Kostüm. Foto:©Heike Blenk


Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Schauspielerin Katja Danowski erklärt das Dschinn-Kostüm.
Foto:©Heike Blenk

Julius fasste dann auch an – am Kostüm des Dschinn. „Wie ist die Glatze auf dem Kopf befestigt und tut das weh?“, wollte er wissen. Josefine Israel, Katja Danowski und Jonas Anders hatten ihre Kostüme anbehalten – und so konnte er die tätowierte Kopfhaut des Dschinn berühren. „Ist der schwarze Zopf, der da rauswächst, dein eigenes Haar?“, fragte Carlos. Er erfuhr, dass die Schauspielerin in Wirklichkeit blond ist und ursprünglich Lehrerin hatte werden wollen.

„Wie wird man denn Schauspieler?“ „Was macht man, wenn man den Text vergessen hat?“ „Sind die Krallen des Vogels aus echten Knochen und aus was ist das Straußenei?“ Auf alles gab es freundliche fachkundige Antworten. „Welche Eigenschaften eurer Figuren würdet ihr euch für euch selber wünschen?“ Eine solche Frage erstaunte die Theaterpädagogin Marie Petzold, die das Gespräch moderierte. „Für einen 5. Jahrgang seid ihr aber schon weit“, lobte sie. Immer wieder gingen Finger hoch, fielen neue Fragen – bis die Theaterpädagogin schließlich abbrach und sagte, dass nun die Kostüme ausgezogen werden und in die Wäsche müssten. „Ja, und bis ich abgeschminkt bin, dauert es auch noch eine lange Weile“, grinste Katja Danowski.

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Schauspiel und Dramaturgin haben Spaß beim Beantworten der Schüler-Fragen. Foto:©Heike Blenk

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Schauspiel und Dramaturgin haben Spaß beim Beantworten der Schüler-Fragen.
Foto:©Heike Blenk

Aber so leicht kamen sie nicht davon. „Bitte noch ein Autogramm“, bettelten Jette und Philippa charmant – und Josefine Israel alias Sherazade ließ sich erweichen. Carlos wollte unbedingt eine Unterschrift vom Dschinn. Auch er bekam, was er wollte.

„Das war so super, dass wir die Schauspieler wirklich treffen konnten“, waren Sintje, Jonas und Emil begeistert. Auch die Paten, Schüler aus der Oberstufe, die die Jüngeren neben den Lehrkräften Christiane Thomas, Jennifer Dressler und Maria Müller begleitet hatten, waren ebenfalls sehr zufrieden. „Das war echt toll mit den Schauspielern!“, sagte Jonas.

Und so hatten alle am Ende nicht nur ein tolles Weihnachtsmärchen gesehen, sondern auch eine Menge über das Theater gelernt durch diesen persönlichen Blick hinter die Kulissen.

Text und Fotos: Heike Blenk

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Jonas Anders und Katja Danowski alias Sultan und Dschinn. Foto:©Heike Blenk

Schülerinnen und Schüler des Emil-von-Behring-Gymnasiums im Gespräch mit Schauspielern am Deutschen Schauspielhaus: Jonas Anders und Katja Danowski alias Sultan und Dschinn.
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