Bruno-Bröker-Haus gegen Eskalation: Neue Regeln für die Jugendlichen

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Ahrensburg (ve). Bernd Meyerink und sein Team vom Bruno-Bröker-Haus fahren den Kurs der Deeskalation. Und stellen jetzt neue Regeln für das BBH auf.

Das Bruno-Bröker-Haus, eine Jugendeinrichtung der Stadt Ahrensburg. Derzeit wird die Fassade neu gestrichen. Foto:ahrensburg24.de

Das Bruno-Bröker-Haus, eine Jugendeinrichtung der Stadt Ahrensburg. Derzeit wird die Fassade neu gestrichen.
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Gerade in den vergangenen Wochen sei es rund um die Ahrensburger Jugendeinrichtung zu Vorfällen gekommen, bei denen Anfeindungen der Jugendlichen durch die Polizei aufgelöst werden mussten. Größere Gruppen standen in Konfrontation, verschiedene Nationalitäten gerieten in Streit.

Für das Team vom Bruno-Bröker-Haus (BBH) ist der Umgang mit dieser Art von Aggression eine feine Gratwanderung: „Wenn wir zu stark durchgreifen, treffen die Gruppen sich halt woanders“, so Bernd Meyerink, „aber dann können wir keine Auge mehr auf die Entwicklung haben.“ Ihm ist es in manchen Fällen lieber, weniger rigide durchzugreifen, um den Kontakt zu Jugendlichen aufrecht erhalten zu können.

Jugendarbeit: Die Zusammenarbeit nicht gefährden

Gerade die Situation in der Klaus-Groth-Straße bestätigt ihn in dieser Haltung: „Etwa die gleichen Jugendlichen, die in der Klaus-Groth-Straße stehen und Unruhe machen, kommen auch häufig in das BBH.“ Vor dem Supermarkt allerdings seien sie sich selber überlassen, im BBH stünden sie in Kontakt mit den sozialpädagogischen Kräften.

Die Unruhe in der Klaus-Groth-Straße hatte jüngst in der Öffentlichkeit Aufsehen erregt. Die Zahl der Jugendlichen, die sich dort treffen, hätten zu gehommen und sie würden mehr Lärm machen. Inzwischen wurde sogar ein Sicherheitsdienst für das Einkaufszentrum beauftragt.

Meyerink beschwichtigt da etwas: „Es sind Jugendliche, ja, und sie sind nicht immer leise und trinken auch mal Alkohol. Aber ich kann nicht beobachten, dass sich die Situation dort in den vergangen Jahren verschlimmert habe. Ich erinnere mich an Zeiten vor einigen Jahren, in denen dort sehr viel mehr los war, als heute.“

Das Team vom Bruno-Bröker-Haus: Leiter Bernd Meyerink mit Angelika Adlhoch-Gutzeit (links) und Maike Saunus (rechts). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Das Team vom Bruno-Bröker-Haus: Leiter Bernd Meyerink mit Angelika Adlhoch-Gutzeit (links) und Maike Saunus (rechts).
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Die neuen Regeln: Es gibt Hausverbot und eine Altersgrenze

Trotzdem haben er und seine Kolleginnen Angelika Adlhoch-Gutzeit und Maike Saunus beschlossen, einige Regeln zu verstärken und auch durchzusetzen. Dazu gehört: Wer unter Einfluss von Alkohol und Drogen steht, wird sofort des Hauses verwiesen. Wer zum wiederholten Mal angetrunken oder unter Drogeneinfluss zum BBH kommt, bekommt für mehrere Tage Hausverbot. Bis hin zum Hausverbot, das bis auf Weiteres gilt. Und: Junge Erwachsene ab eine Alter von 21 Jahren haben keinen Zutritt mehr im BBH. Meyerink: „Das scheint auch ganz gut zu klappen bis jetzt.“

Hintergrund der neuen Regeln ist auch, dass sich das BBH seine Zielgruppe erhalten muss. Bis zum Sommer 2017 war die Besucherzahl jeweils gleich betreffend der Anzahl von Flüchtlingen, und Deutschen. Das verschiebt sich derzeit in Richtung ausländische Jugendliche. „Das hatte vielleicht auch etwas mit unserer Willkommenskultur zu tun“, so Meryerink, doch auch er beobachtet: „Teilweise hören wir davon, dass Landsleute ihren Kindern mit Blick auf dieses Klientel den Besuch im BBH untersagen.“

Neue Kooperationen mit Ahrensburger Schulen

Über Zulauf kann sich das BBH nicht beklagen, „an manchen Tagen gehen hier bis zu 100 Jugendliche durch“, so Bernd Meyerink. Doch es sollen wieder mehr Ahrensburger Jugendliche in die Jugendarbeit finden. Dafür gibt es neue Angebote und auch eine Ausweitung der Kooperation mit den Ahrensburger Schulen haben die Sozialpädagogen bom BBH vor Augen.

Gesucht: Rapper für einen Rap-Workshop

Zu diesen Angeboten gehört unter anderem die Trainingszeit der Hiphop-Academy sowie die eigenen Streetdance-Angebote des BBH. Meyerink: „Ich würde auch gerne Rap anbieten, aber da braucht man jemanden, der das wirklich kann.“ Mit anderen Worten: Wer hat Lust, im BBH einen Workshop zum Rap anzubieten, kann sich gerne melden.

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