Stadtbücherei Ahrensburg: Drucken Sie doch mal in 3D!

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Ahrensburg (ve). Unermüdlich säuselt eine kleine Düse hin und her, zappelt auf zwei Schienen. Aus ihr spritzt Kunststoff. Es ist der 3D-Drucker der Stadtbücherei Ahrensburg.

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Teilnehmer eines Workshops erfahren, wie der Drucker funktioniert. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Teilnehmer eines Workshops erfahren, wie der Drucker funktioniert.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Büchereileiter Thomas Patzner strahlt: „Wir haben jetzt den ersten öffentlichen 3D-Drucker in Ahrensburg hier stehen – und er ist nutzbar für jeden!“ Gefördert mit Landesmitteln wurde ein Ultimaker 3 extended gekauft, im Handel erhältlich für derzeit über 4.200 Euro. „extended“, weil er ein bisschen größer ist, als sein Vorgänger.

3D-Drucken in der Stadtbücherei Ahrensburg: Ein erster Workshop

Dieser Drucker soll für alle Ahrensburgerinnen und Ahrensburger zur Verfügung stehen. Deswegen gab es jetzt einen ersten Workshop in der Stadtbücherei für Interessierte. Wer drucken möchte, muss lediglich auf einem Stick die Datei des Werkstückes, das er drucken möchten, mitbringen – zum Beispiel eine .stl-Datei. Dann wird der Stick in den Drucker gesteckt und die Düse fängt an, sich unermüdlich hin und her zu bewegen.

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Dieses Modell eines Hauses wurde mit ihm gedruckt. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Dieses Modell eines Hauses wurde mit ihm gedruckt.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Ein 3D-Druck ist allerdings derzeit noch ein echtes Großprojekt. Thomas Patzner, begeistert von der Technik, ist kaum zu halten und druckt, was das Zeug hält – etwa das Modell eines kleinen französischen Hauses. „Dafür hat der Drucker über zwei Tage gebraucht“, erzählt er. Einen Drachenkopf und eine kleine schwarze Gummiente gibt es auch schon. Und ein kleines Sparschwein – allerdings stellt sich die Frage, wie das stabile Kunststoff-Schwein ohne eingebaute Klappe geöffnet werden könnte? Es eignet sich wohl mehr zum Dauersparen.

Aber das Gerät ist nicht nur für Mitarbeiter der Bücherei da. Volkshochschule und das Eric-Kandel-Gymnasium sind der Einladung zu diesem Workshop gerne gefolgt. „Das ist vielleicht der Auftakt für ein ganzes Projektes mit vielen Ideen und Beteiligungen“, blicken Dieter Boden und Bastian Kühn, Dozenten an der Volkshochschule Ahrensburg, in die Zukunft. Boden: „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir an der Volkshochschule Workshops anbieten, in denen jeder, der ein Kunststoffteil braucht, dieses konstruieren kann. Das wird dann einfach hier ausgedruckt.“ Und Kühn ergänzt: „Es könnte auch ein ganzes Netzwerk für Interessierte in der Stadt entstehen.“ Denn Thomas Patzner denkt schon leise weiter: „Natürlich wäre es dann klasse, wenn wir auch einen 3D-Scanner hätten.“

3D-Druck: Wo immer ein Plastikteil fehlt, hilft er

Simon Henning, am Eric-Kandel-Gymnasium Lehrer für Physik und Biologie, ist so einer, der immer mal etwas braucht. „Es gibt so viele Versuchsanordnungen für den Unterricht mit Kleinteilen. Mir schwebt vor, dass ich diese, wenn ich sie für den Unterricht benötige, einfach schnell hier ausdrucken kann.“ An der Schule sei ihm der 3D-Druck längst begegnet: „Schüler haben bei Werkstücken auch Drucke verarbeitet.“ Vermutlich gedruckt in der Firma der Eltern.

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Denn quasi kommunale 3D-Drucker gibt es wenig, „an den Hochschulen oder Schulen schon mal oder in den Hamburger Büchereien“, so Patzner. Aber in der Schlossstadt und im näheren Umfeld nicht. „Die meisten Geräte stehen in den Unternehmen“, weiß Martin Drochol, Dozent des Workshops. Der Werkstattleiter und Schulungsleiter bei der Firma IGo3D GmbH ist von der niederländischen Herstellerfirma zertifiziert für den Ultimaker Pro Support.

Volkshochschule: Erst mit AutoCAD konstruieren, dann ausdrucken

Martin Kohring, ebenfalls Dozent an der Volkshochschule, sieht durch den Drucker viel Potenzial für die berufliche – oder auch private – Weiterbildung: „Kurse für Konstruktion könnten davon profitieren, weil am Ende das konstruierte Teil ja auch tatsächlich ausgedruckt werden kann.“ Kohring bietet AutoCAD-Kurse an. Außerdem bietet er Modellbaukurse für Kinder an – ebenfalls eine ideale Spielwiese für den 3D-Druck.

Wer jetzt interessiert ist, kann sich jederzeit an die Stadtbücherei Ahrensburg wenden. Die Mitarbeiter informieren, wie und wann ausgedruckt werden kann. Teuer ist das ganze übrigens nicht: Wer etwas drucken möchte, zahlt die Materialkosten, also den Preis für die Menge des verbrauchten Kunststoffes. Für kleine Teile dürften da ein paar Euro reichen.

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Die Teilnehmer eines Wokshops mit Dozent Martin Drochol und Büchereileiter Thomas Patzner (rechts und links neben dem Drucker). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Die Teilnehmer eines Wokshops mit Dozent Martin Drochol und Büchereileiter Thomas Patzner (rechts und links neben dem Drucker).
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Ein fertiges Sparschwein und eine Grundform, auf der es gedruckt wird. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Ahrensburger Stadtbücherei hat einen 3D-Drucker. Er steht den Ahrensburgern zur Verfügung. Ein fertiges Sparschwein und eine Grundform, auf der es gedruckt wird.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

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