Die Grünen in Ammersbek: Wer möchte politisch etwas bewirken?

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Ammersbek (ve). Die Partei Bündnis 90/Die Grünen in Ammersbek haben ein Problem: Sie brauchen mehr Manpower, um sich für die Kommunalwahl 2018 aufzustellen.

Das Logo der Partei Bündnis90/Die Grünen.

Das Logo der Partei Bündnis90/Die Grünen.

Am 6. Mai 2018 wird in den Kommunen Schleswig-Holsteins gewählt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, zu entscheiden, wer vor Ort in den Stadtparlamenten und Gemeindevertretungen politisch handeln soll.

Doch dafür braucht es eben auch Menschen, die sich zur Wahl aufstellen. Ehrenamtliche, die sich in den Ausschüssen und Gremien politisch engagieren und die Positionen ihrer Partei vertreten. Und da wird es eng bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Ammerbek.

„Wir suchen Menschen, die sich mit Herzblut für die Sache einsetzen wollen“, beschreibt es Angelika Schmidt, die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der Ammerbeker Gemeindevertretung.

Ausgangspunkt: Die Grünen stehen in Ammersbek bei 17 Prozent

Eigentlich stehen die Grünen in Ammersbek im bundesweiten Vergleich ganz gut da, 17,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Ammersbek gaben ihnen 2013 die Ja-Stimme. Drei Vertreter sitzen in der Gemeindeversammlung. Die Jamaica-Koalition gebe zusätzlich Auftrieb bei der Wahrnehmung der Partei.

Doch personell hat sich einiges geändert: Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat in den vergangenen zwei Jahren Mitglieder durch Umzug verloren und einige wollen aus beruflichen Gründen nicht wieder zur Wahl antreten oder fühlen sind mit 70 Jahren und älter zu alt für diese Aufgabe.

Offene Runde: Politische Diskussion der Grünen in Ammersbek

Und das bedeutet: Der Wiederantritt der Partei für die Kommunalwahl 2018 ist stark gefährdet, wenn sie nicht bis Ende Januar 2018 aktive Mitstreiter gewinnt. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, sollte am Sonnabend, 13. Januar 2018, zu der Diskussionsrunde unter dem Motto „Grüne Politik in Ammersbek – Wer macht mit?“ gehen. Veranstaltungsort ist der Pferdestall, Am Gutshof 1 in Ammersbek-Hoisbüttel, Beginn ist um 15 Uhr. Dort könnte auch besprochen werden, ob es aussichtsreiche Listenplätze gibt, auf denen Neuankömmlinge einen Platz in den politischen Gremien erlangen könnten.

Erst kürzlich hat Henning Sidow als Mitglied in der Gemeindevertretung sein Amt niedergelegt, für ihn rückte Hanno Voigt nach. Außerdem sitzen derzeit Klaus Tim und Angelika Schmidt in der Gemeindevertretung.

Politische Themen der Grünen in Ammersbek

„Ich werde nun auch bald 70 Jahre alt“, so Angelika Schmidt, „es wäre doch so wichtig, dass auch mal Jüngere in der Politik mitbestimmen.“ Für sie ist das ein zentrales Engagement: „Es gibt so viele Aufgaben, die wir haben.“ So ist den Grünen zum Beispiel die Entscheidung zum Neubau Grundschule Bünningstedt ein Dorn im Auge, Schmidt: „Bei der Grundschule Hoisbüttel wurde damals aus Kostengründen auf einen Neubau verzichtet, jetzt soll der bei der Grundschule Bünningstedt erfolgen.“ Das sei für sie weder als Gleichbehandlung der beiden Schulen noch konzeptionell mit Gesamtblick für die Gemeinde entschieden worden. Schmidt: „Vielleicht sind ja in der Elternschaft der Schule Interessierte, die zu den Grünen kommen möchten?“

Einen konzeptionellen Grundgedanken wünsche sie sich insgesamt für die Arbeit, so Schmidt: „Gerade im Hauptausschuss haben wir eigentlich die Aufgabe, vorausschauend zu planen. Meist aber wird dort nur reagiert. Wir müssen Konzepte aufstellen für das, was wir in Ammersbek wollen.“ Das sei die Aufgabe der Politik.

Die allerdings sei nicht immer ganz einfach: „Man muss auch eine hohe Frustrationstoleranz haben“, warnt Schmidt Interessierte, denn nicht immer ließen sich die Wünsche der Grünen politisch auch umsetzen.

Dafür sein einmal ins Grüne geblickt: Zugunsten der Bebauung an der Georg-Sasse-Straße wird einer der großen Bäume gefällt werden. Die Grünen hatten nicht nur dagegen gestimmt, sondern auch eine Unterschriftensammlung als Gegenargument benannt, bei der sich über 1.300 Ammersbeker für den Erhalt der drei Bäume ausgesprochen hatten. „Diese Stimmen sind bei der Entscheidung einfach ignoriert worden“, findet Schmidt.

Oder die Wald- und Grünflächen der Gemeinde, Schmidt: „Wir möchten, dass die Fortwirtschaft nicht die Waldstücke rodet, sondern das Ökosystem so lässt, wie es jetzt ist.“ Die Bewirtschaftung dieser Flächen sollte nicht auf Gewinn ausgerichtet sein, sondern als Waldstück für die Bürger und Lebensraum für Tiere erhalten bleiben.

Politisch seien die Grünen eher mal mit den Sozialdemokraten d’accord, als mit den Christdemokraten, so Schmidt.  Mehr noch aber wünschte sie sich einen Konsens mit der Bevölkerung, „sie sollte besser mit einbezogen und besser informiert werden“, findet Angelika Schmidt. „Gerade in der Kommunalpolitik ist das wichtig. Wir hoffen, dass dort die Argumente der Vernunft siegen.“

Wer das ebenso sieht, kann seine politische Heimat und ein im Wortsinne entscheidendes Ehrenamt bei den Grünen in Ammersbek übernehmen. Allerdings: Es müssen sich genügend finden, sonst steht die grüne Kommunalpolitik in Ammersbek vor dem Aus und die Gemeindevertretung bleibt ohne Fraktion der Grünen.

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