Mit Glück können Sie bald in der Innenstadt auf Klo gehen – heute jedoch nicht

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Ahrensburg (ve). Das war noch mal knapp an der Verzögerung vorbei: Gestern wurde im Umweltausschuss zum wiederholten Male über den Ort gesprochen, zu dem wir alle mal müssen.

Die öffentliche Toilette vor dem Rathaus Ahrensburg ist geschlossen und wird demnächst abgebaut.<br /> Foto:Silke Mascher/ahrensburg24.de

Die öffentliche Toilette vor dem Rathaus Ahrensburg ist geschlossen und wird demnächst abgebaut.
Foto:Silke Mascher/ahrensburg24.de

Mit dem Beginn des Jahres ist der Mietvertrag für die öffentliche Toilette vor dem Rathaus beendet. Das Toilettenhaus ist geschlossen, es wird vermutlich noch im Januar abgebaut werden.

Auch auf Drängen des Behindertenbeirates und des Seniorenbeirates aber soll in Ahrensburg ein barrierefreies Toilettengebäude errichtet werden. Es soll natürlich auch Menschen ohne Behinderung zugänglich sein. Menschen aber, die einen Rollator oder einen Rollstuhl oder ähnliches brauchen, können in der Ahrensburger Innenstadt nur schwer eine geeignete Toilette finden. „Die Toiletten der Restaurants und Gaststätten in der Innenstadt sind alle nur über Treppen zu erreichen“, betonte Gerhard Bartel von Behindertenbeirat auf der Sitzung des Umweltausschusses erneut.

Toilettenhäuschen: Alles eine Frage des Standortes

Auf Vorschlag der Verwaltung sollte nun ein Toilettenhäuschen in der Großen Straße errichtet werden. Dies ist auch Teil der barrierefreien Gestaltung der Innenstadt im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes. Zwischenzeitlich allerdings hatte die FDP eine neue Idee und schlug vor, dass im Zuge einer Sanierung des Bruno-Bröker-Hauses eben dort eine öffentlich zugängliche barrierefreie Toilette erbaut werden könnte.

Durch diesen Antrag nun entstand ein kleines Problem: Die Sanierung des Bruno-Bröker-Hauses wird frühestens 2019, eventuell sogar 2020 erfolgen. Mit der Schließung der Toilette am Rathaus zu Jahresbeginn wäre damit für fast zwei Jahre keine öffentliche Bedürfnisanstalt in der Stadt vorhanden.

Auf der Sitzung des Umweltausschusses berichtet Bauamtsleiter Peter Kania, dass durch den Antrag der FDP eine Auftragsvergabe und somit eine Errichtung in 2018 nahezu ausschgeschlossen sei. Erst, nachdem die Politik über diesen Antrag beraten habe, könne die Verwaltung die Planung und Beauftragung des Toilettenhäuschen umsetzen – oder eben auch nicht, falls die Poltik sich für das Bruno-Bröker-Haus entscheide.

Baukosten für den Neubau: Etwa 150.000 Euro

Mehrere Fraktionen schilderten daraufhin ohne Tagesordnungspunkt auf der Sitzung ihre Position zu der Standortfrage der Toilette. Favorisiert wurde mehrheitlich der Standort in der Großen Straße, da das Bruno-Bröker-Haus insbesondere mit Rollstuhl oder Rollator nur schwer zu erreichen sei. Die Errichtung einer barrierefreien Toilette mache daher dort keinen Sinn.

Und so zog Olaf Falke von der FDP noch auf der gestrigen Sitzung den Antrag der FDP zurück – obwohl das Thema Toilette eigentlich nur im Bericht der Verwaltung behandelt wurde. Dieser Schritt macht aber eines möglich: Auf der nächsten Sitzung des Umweltausschusses kann nun die Vorlage der Verwaltung zum Standort der Toilette auf die Tagesordnung und somit offiziell beraten werden. Und dann könnte, wenn sich die Politik für den Vorschlag ausspricht, noch in 2018 ein Toilettenhäuschen errichtet werden. Die Kosten dafür sollen etwa 150.000 Euro betragen.

Entstanden war die missliche Lage mit den menschlichen Bedürfnissen in der Innenstadt durch Bekanntwerden der Kosten, die das Toilettenhäuschen vor dem Rathaus verursacht. 60.000 Euro kostete die Wartung bisher jährlich, aufgrund der Debatte, die Anlage zu schließen, senkte die Wartungsfirma die Kosten für 2017 auf 30.000 Euro. Beide Beträge lassen sich bei einer Nutzergebühr von 50 Cent und einer recht verhaltenen Nutzerfrequenz nicht refinanzieren. Das soll sich mit der neuen Anlage ändern.

Ebenfalls nicht weiterverfolgt wird das Projekt „Nette Toilette“ für die Innenstadt. Die Reaktion und Rückmeldungen der Gastronomen gegenüber der Verwaltung, ob sie sich an einem solchen Projekt beteiltigen wollten, seien zu verhalten gewesen. Hinter dem Projekt „Nette Toilette“ steht die Idee, das Gastronomen der Öffentlichkeit einen Zugang zu ihren Toiletten gewähren und dafür von der Kommune eine Entschädigung erhalten.

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