Anneliese-Oelte-Pokal 2018: Fußball + Ausstellung, Lesung und Dokumentarfilm

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Ahrensburg (ve/pm). Das Hallenfußballturnier Anneliese-Oelte-Pokal hat diese Jahr Mehrwehrt – mit Ausstellung, Lesung und Dokumentarfilm.

In 2014 wurde das Turnier in der Kreissporthalle ausgetragen.

In 2014 wurde das Turnier in der Kreissporthalle ausgetragen.

Das Hallenfußballturnier findet am Sonnabend, 3. Februar 2018, ab 12 Uhr in der Sporthalle Schulzentrums am Heimgarten, Reesenbütteler Redder 4 – 10, statt. Beim Turnier werden Mannschaften von Nah und Fern um den Wanderpokal spielen. Mit dem Turnier soll Anneliese Oelte gedacht werden. Die junge Ahrensburgerin wurde vom NS-Regime verschleppt, gefoltert und ermordet.

Es gibt nur wenige Bilder von Anneliese Oelte, dies zeigt sie mit Bruder Gerhard Oelte.

Es gibt nur wenige Bilder von Anneliese Oelte, dies zeigt sie mit Bruder Gerhard Oelte.

Hallenfußballturnier Anneliese-Oelte-Pokal: Die Mannschaften

In zwei Gruppen treten folgende Teams an:
Gruppe A
Roter Stern Flensburg, Kreisklasse B SHFV
Sporting RZ, Freizeit
FC Alster-brüder, Bezirksliga HFV
Internationaler FC Rostock, 2.Kreisklasse LFVMV
Blau-Weiß Groß Borstel, Kreisliga HFV

Gruppe B
FC Lampedusa St. Pauli, Freizeit
Team Freiheit, Freizeit
FC St. Pauli VI, Kreisliga HFV
Roter Stern Lübeck, Kreisklasse B SHFV
Roter Stern Kickers, Kreisklasse C SHFV

Nach der Vorrunde geht es im K.O.-System weiter bis im Finale der Turniersieg ausgespielt wird. Neben dem Sport wird in der Halle für leibliches Wohl gesorgt sein. Wie in den Vorjahren auch gibt es die so genannten „Suspended Meals“. Menschen, denen es finanziell besser geht, können dafür spenden, dass Menschen mit geringem Einkommen kostenlos oder vergünstigt etwas zu essen bekommen. So bleibt niemand hungrig oder durstig bei einem langen Tag in der Sporthalle.

Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer & Legenden“

Außerdem wird auf der Tribüne der Sporthalle die Ausstellung „Kicker, Kämpfer & Legenden“ gezeigt. Sie präsentiert Informationen über Juden im deutschen Fußball, konzipiert wurde sie vom Centrum Judaicum in Berlin. Zur Verfügung gestellt wird die Ausstellung von der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Aber nicht nur unmittelbar im Rahmen des Turniers ist es möglich die Ausstellung zu besuchen. Bereits in der Woche vorher ist dies in der Remise des Kulturzentrums Marstall in der Lübecker Straße 8 möglich. Im Rahmen der Eröffnung am Freitag, 26. Januar 2018, ab 18 Uhr wird außerdem der Film Liga Terezin gezeigt. In der Woche vom 29. Januar bis 2. Februar ist die Ausstellung am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils ab 16 Uhr zu geöffnet.

Für Schulklassen gibt es die Möglichkeit, sich nach Anmeldung an einen Vormittag zwischen dem 29. Januar und dem 2. Februar die Ausstellung und den Film anzusehen. Zur Anmeldung reicht eine kurze E- Mail an rotersternkickers@live.de.

Die Podiumsdiskussion mit Buchautor und Journalist Ronny Blaschke

Als weiterer Programmpunkt ist am Freitag, 2. Februar 2018, der Buchautor und Journalist Ronny Blaschke in Ahrensburg zu Gast. Er hält ab 19 Uhr eine Vortrag zu seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen“. Die Lesung ist im JuKI 42, An der Reitbahn 2. Thematisiert wird an diesem Abend, wie Neonazis den die Welt und Fangemeinschaft des Fußballs mißbrauchen. Für die anschließende Podiumsdiskussion sind Harald Berndt, Demokratietrainer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, sowie Aktive des Internationalen FC Rostock eingeladen.
Wir hoffen auf zahlreiche Besucher*innen. Der Eintritt ist bei sämtlichen Veranstaltungen ist frei. Über Spenden würden wir uns selbstverständlich sehr freuen.

„Kicker, Kämpfer & Legenden“ – Juden im deutschen Fußball

Die vom Centrum Judaicum in Berlin konzipierte und von der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau verliehene Ausstellung thematisiert die Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Jüdische Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs. Sie wurden umjubelt, verehrt und respektiert, galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplays. Ihre revolutionären Visionen und Methoden setzten Maßstäbe, die den deutschen Fußball lange prägten. Als etwa der FC Bayern München 1932 zum ersten Mal den deutschen Meistertitel erringt, werden auch der jüdische Vereinspräsident Kurt Landauer und der jüdische Trainer Richard „Little“ Dombi wie Helden in München gefeiert.

Dokumentarfilm über die Liga Terezin

Liga Terezin ist ein Dokumentarfilm, der die Geschichte der Fußballliga erzählt, die im Ghetto Theresienstadt ausgetragen wurde. Von 1942 bis 1944 spielten jüdische Gefangene hunderte von Fußballspielen auf improvisierten Feldern zwischen den Barracken, in denen sie lebten. Viele Zuschauer verfolgten die Spiele und entflohen dadurch kurz der Realität ihrer schrecklichen Lage, geprägt von Hunger, Krankheit, Tod. Ständig lebten sie in der Furcht, auf einen Transport nach Osten und damit in den Tod geschickt zu werden.

Im Sommer 1944 nahmen die Nationalsozialisten einen Propagandafilm auf, welcher die kulturellen Aktivitäten des Ghettos darstellen sollte. Filmemacher Oded Breda erkannte Jahre später darin seinen Onkel und begab sich auf die Suche nach Überlebenden. Gleichzeitig zeigt er anhand heutiger Spiele in Prag und Amsterdam, wie sich der moderne Antisemitismus im Stadion ausdrückt.

„Angriff von Rechtaußen“

Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.

Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung zu selten bewusst ist.

Quelle: Roter Stern Kickers Ahrensburg

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