Bau der Glasfaserleitung in Großhansdorf: „Da ist viel schief gegangen“

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Großhansdorf (ve). Bürgermeister Janhinnerk Voß ist „not amused“, würde der Engländer sagen. Denn der Ausbau der Glasfaserleitungen war von reichlich Pfusch am Bau geprägt.

Themenbild Glasfasernetz in Großhansdorf. Foto.ahrensburg24.de

Themenbild Glasfasernetz in Großhansdorf.
Foto.ahrensburg24.de

Bei dem Projekt Ausbau des Glasfasernetzes ist die Waldgemeinde Großhansdorf nicht eben mit Glück gesegnet. Eine erste Kooperation mit Investor und Anbieter wurde aufgekündigt, zu wenig Großhansdorfer hatten sich für einen Vertragsabschluss entschieden. Daraufhin hatte die Gemeinde beschlossen, den Ausbau des Netzes mit den Stadtwerken Geesthacht in Eigenregie zu regeln.

Bei den Bauarbeiten zum Ausbau des Netzes erlitt die Gemeinde dann einen Rückschlag nach dem anderen. Nun lässt Bürgermeister Voß über eine Pressemitteilung wissen, dass der Ausbau erneut und möglichst ohne Rückschläge in Angriff genommen werden soll. Vorausgegangen war ein Krisengespräch mit Vertretern der Stadtwerke Geesthacht, der Schweriner Tiefbaufirma und der Verwaltung.

Ausbau Glasfasernetz in Großhansdorf: Nachbesserungen werden eingefordert

Als Ergebnis dieses Gespräches sollen sämtliche Subunternehmer aus Großhansdorf abgezogen werden. Die Baumaßnahmen sollen nunmehr von Kolonnen mit eigenem Personal aus anderen Baustellen der Schweriner Tiefbaufirma verstärkt werden. Zunächst sollen diese sich um abnahmefähige Nachbesserung kümmern, bevor neue Ausbauten in Angriff genommen werden.

Voß zählt auf, was alles schief gegangen war. So hätten die auf den Baustellen beschäftigten Arbeiter häufig jegliche Fachkunde vermissen lassen, Verständigungsprobleme hätten ihren Teil dazu beigetragen, dass die Bauarbeiten nicht entsprechend der Vorgaben umgesetzt wurden.

Ergebnis seien mangelhaft hergestellte wassergebundene Oberflächen gewesen, falsch verlegte Pflaster und zahlreiche Absackungen. Ebenfalls dramatisch waren die Folgen des Einsatzes unterirdischer Vortriebstechnik. Dabei seien Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen beschädigt worden, so das etliche Straßenzüge wochenlang ohne Straßenbeleuchtung waren. Sogar der Eilbergweg musste für drei Tage gesperrt werden.

Glasfasernetz: Engpässe bei Lieferungen wichtiger Bauteile

Janhinnerk Voß: „Und als ob dies nicht schon reichen würde, wirkte sich die von der Bundesregierung ausgerufene digitale Agenda sogar bis in die Waldgemeinde aus: Da vielerorts Glasfasernetze entstehen, führte diese immense Bautätigkeit im Bundesgebiet zu erheblichen Lieferengpässen bei Verbindungsmuffen, Gehäusekörpern und anderen notwendigen Bauteilen, so dass Baugruben wesentlich länger offengehalten werden mussten als normalerweise üblich.“

Der Bürgermeister ist zwar „not amused“, „Ich bin nicht gewillt diesen Zustand länger hinzunehmen!“ brachte es Bürgermeister Voß es in seiner diesjährigen Neujahrsansprache sehr drastisch auf den Punkt. Aber aufgegeben wird in der Waldgemeinde nicht. Seit Januar werde nun wie abgesprochen erneut an der Verlegung des Glasfasernetzes gearbeitet.

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