Berufsinformationsmesse: Bei Schülern beliebt, bei den Schulen nicht

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Ahrensburg (ve). Wenn Berufsinformationsmesse ist in Ahrensburg, dann brummt es in den Gängen des Schulzentrums am Heimgarten.

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Foto:©ahrensburg24.de

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten: Schüler und Schülerinnen auf Erkundungstour durch die Welt der Berufe.
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Die Messe hatte an diesem Mittwoch geöffnet für alle Schülerinnen und Schüler der Stadt. Die Schülerinnen und Schüler im Schulzentrum am Heimgarten – das Eric-Kandel-Gymnsium ist zusammen mit der AOK NordWest Veranstalter der Messe – hatten Heimvorteil. Und den nutzten sie laut Aussage so mancher Aussteller.

„Wir hatten heute schon 50 Gespräche“, erzählen zum Beispiel Heidi Reimers und die Auszubildende Kim Tuchtenhagen von der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Sie informierten vorrangig über die Berufe der Oprationstechnischen Angestellten und der Medizinischen Fachangestellten. Berufe, auf die Schüler vielleicht nicht als ersten Berufswunsch kommen. „Für uns ist es die erste Teilnahme an der Messe, aber wir kommen bestimmt wieder“, so Heide Reimers.

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten: Heide Reimers von der Ärztekammer zeigt einer Schülerin, wie der Blutdruck gemessen wird. Foto:©ahrensburg24.de

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten: Heide Reimers von der Ärztekammer zeigt einer Schülerin, wie der Blutdruck gemessen wird.
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Ebenfalls zufrieden mit den Gesprächen sind Oliver Bachmann und Monique Pell vom Hauptzollamt Hamburg. „Den Schülerinnen und Schülern ist auch geholfen“, so argumentiert Oliver Bachmann, „wenn sie durch ein Gespräch feststellen, dass der Beruf nichts für sie ist.“ Aber auch über nachhaltig Interessierte freuen die Zollbeamten sich, denn sie haben einige Ausbildungsplätze anzubieten. „Es kommen allerdings auch genug Bewerbungen, so dass wir nach bestimmten Kriterien auswählen können“, ergänzt Oliver Bachmann.

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Lina und Luisa haben reichlich Informationsmarterial gesammelt. Foto:©ahrensburg24.de

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Lina und Luisa haben reichlich Informationsmarterial gesammelt.
Foto:©ahrensburg24.de

Praktisch war die Messe zum Beispiel für die Schülerinnen Luisa und Lina, denn sie haben noch gar keinen konkreten Berufswunsch. Die Zehntklässlerinnen haben reichlich Informationsmaterial gesammelt, „die Aussteller haben uns wirklich gute Informationen gegeben“, sagen sie. Nun muss das alles noch ausgewertet werden, bevor dann eine Entscheidung getroffen werden kann. „Ich weiß noch nicht, interessant fand ich das Finanzamt genauso, wie die Kunstschule Wandsbek“, sagt Luisa.

Das Finanzamt fanden auch Marc und Daniel interessant – „weil wir Mathefans sind“, sagen sie. „Und weil man dort einfach eine klare Aufgabe hat“, ergänzt Marc. Die beiden Schüler waren mit genauen Vorstellungen auf die Messe gekommen und fanden diese bei ihren Gesprächen bestätigt.

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Gerd Burmeister, Schulleiter des Eric-Kandel-Gymnasiums, und Burkhard Pollak von der AOK NordWest sind die Ausstellungsmacher. Foto:©ahrensburg24.de

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Gerd Burmeister, Schulleiter des Eric-Kandel-Gymnasiums, und Burkhard Pollak von der AOK NordWest sind die Ausstellungsmacher.
Foto:©ahrensburg24.de

Für die Veranstalter Gerd Burmeister vom Eric-Kandel-Gymnasium und Burkhard Pollak von der AOK NordWest gewinnt die Messe an Bedeutung und Dynamik. „Wir sind jetzt mit 57 Messeständen eigentlich an der Grenze des Machbaren in unseren Räumen“, so Gerd Burmeister. Erfahrungen aus den beiden Vorjahren haben zum neuen Aufbau geführt, bei den verwandte Berufe an einem Ort präsentiert wurden.

Über eines allerdings sind sie enttäuscht: „Andere Schulen der Stadt außer der Beruflichen Schule Ahrensburg haben kaum Schüler angemeldet, sondern ihnen höchsten den Besuch der Messe freigestellt.“ Letzteres bedeutet, dass die Schüler oder ihre Eltern eine schriftliche Erlaubnis von ihrer Schule für den Besuch der Messe einholen müssen. Wäre der Besuch eine schulische Veranstaltung, müsste dies nicht erfolgen. Der Besuch der Messe wäre somit viel unkomplizierter.

Ein Ärgernis eigentlich, denn die Messe mit ihren 80 Berufen und 100 Studiengängen ist für alle Schüler interessant. „Es sollte Teil des Unterrichts sein“, findet Gerd Burmeister, „den Schülern zu vermitteln, dass sie eines Tages keine Schüler mehr sind, sondern auf den Arbeitsmarkt drängen.“

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten: Neugierige Schüler und auskunftsfreudige Mitarbeiter sind das Prinzip der Messe. Foto:©ahrensburg24.de

3. Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten: Neugierige Schüler und auskunftsfreudige Mitarbeiter sind das Prinzip der Messe.
Foto:©ahrensburg24.de

Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten. Foto:©ahrensburg24.de

Berufsinformationsmesse im Schulzentrum am Heimgarten.
Foto:©ahrensburg24.de

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3 Kommentare

  1. Dann sei an dieser Stelle vielleicht auch einmal Werbung in eigener Sache gestattet. An der Stormarnschule gibt es seit weit über 10 Jahren den Infotag Arbeitswelt, eine Berufsmesse für Schüler der Schule von Eltern. 40 Freiwillige stellen dort an ihren Ständen ihren Beruf vor. Die Schüler können sich auf dieser Messe, die bewusst auf offizielle Firmenstände verzichtet, über Berufsbilder und Ausbildungsgänge informieren. Am Ende besuchen die Schüler dann bei zwei Referenten einen Workshop, um sich noch eingehender über ein Berufsbild zu informieren. Da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt, besuchen die Schüler im Laufe der Zeit die Messe 4mal. Und Sie, liebe Frau Veeh, sind natürlich herzlich dazu eingeladen, sich diese Messe anzusehen. In diesem Jahr findet sie am 10.3. statt (http://www.infotag-arbeitswelt.de/)

  2. Sabine Heinrich on

    Das Desinteresse anderer Schulen kann ich nicht so recht nachvollziehen!
    Sie sollten doch froh sein, dass eine derartige informative Messe vor ihrer Haustür stattfindet!
    Ich bin schon vor ca. 15 Jahren mit meinen Acht- und Neuntklässlern nach Hamburg gefahren – froh darüber, dass es dort eine derartige Veranstaltung in der näheren Umgebung überhaupt gegeben hat.
    Woran lag also das Desinteresse? Lag es vielleicht aber daran, dass die Schüler gefragt wurden, ob sie die Veranstaltung besuchen wollen – und den Lehrern ein gelangweiltes“Nöööö!“ und Schlimmeres entgegenschallte?
    Auch dies ist durchaus vorstellbar, halte ich sogar für sehr wahrscheinlich.
    Welcher Lehrer mag es sich dann antun, mit seiner Klasse z.B. diese Messe zu besuchen und zu erleben, dass einige/viele Schüler ihre Unlust vor Ort durch miserables Benehmen demonstrieren, das für die begleitenden Lehrkräfte peinlich ist und auch ein schlechtes Licht auf die Schule wirft?

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