Kreisarchiv und Ministerium: Kulturgut restauriert und digitalisiert

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Stormarn (je/pm). Das Kreisarchiv Stormarn führte im Jahr 2017 mit finanzieller Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein drei Restaurierungs- sowie Digitalisierungsprojekte durch.

Stormarnhaus: Pressekonferenz zur Präsentation von restaurierten und digitalisierten Archivalien des Kreisarchivs Stormarn: v.l.n.r. Kreisarchiv Stefan Watzlawzik, Susanne Bieler-Seelhoff, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Landrat Henning Görtz, Restauratorin Gudrun Kühl, 24. Januar 2018. Foto: Kreis Stormarn

Stormarnhaus: Pressekonferenz zur Präsentation von restaurierten und digitalisierten Archivalien des Kreisarchivs Stormarn: v.l.n.r. Kreisarchiv Stefan Watzlawzik, Susanne Bieler-Seelhoff, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Landrat Henning Görtz, Restauratorin Gudrun Kühl, 24. Januar 2018. Foto: Kreis Stormarn

Ohne die großzügige Förderung, die aus dem Programm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes zur Verfügung gestellt wurde, hätten die umfangreichen Projekte nicht umgesetzt können. Jetzt wurden die Ergebnisse von Landrat Dr. Henning Görtz, der Leiterin der Kulturabteilung im Schleswig-Holsteinischen Bildungsministerium Susanne Bieler-Seelhoff, Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und Restauratorin Gudrun Kühl vorgestellt. Als Gäste waren die Leiterin des Ahrensburger Stadtarchivs Dr. Angela Behrens sowie Bernd Reher, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv und im Historischen Arbeitskreis Ahrensburg, dabei.

Stormarnhaus: Pressekonferenz zur Präsentation von restaurierten und digitalisierten Archivalien des Kreisarchiv Stormarn: v.l.n.r.: Bernd Reher, Stadtarchiv Ahrensburg, Angela Behrens, Leiterin Stadtarchiv Ahrensburg, Stefan Watzlawzik, Kreisarchivar, Landrat Henning Görtz, Susanne Bieler-Seelhoff, Abteilungsleiterin Kultur im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium. Foto: Kreis Stormarn

Stormarnhaus: Pressekonferenz zur Präsentation von restaurierten und digitalisierten Archivalien des Kreisarchiv Stormarn:
v.l.n.r.: Bernd Reher, Stadtarchiv Ahrensburg, Angela Behrens, Leiterin Stadtarchiv Ahrensburg, Stefan Watzlawzik, Kreisarchivar, Landrat Henning Görtz, Susanne Bieler-Seelhoff, Abteilungsleiterin Kultur im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium. Foto: Kreis Stormarn

Für das kulturelle Gedächtnis des Landes sind schriftliche Zeugnisse ebenso bedeutend und unersetzlich wie Kunstwerke. Deshalb hat das Land 2011 ein Förderprogramm zum Erhalt schriftlichen Kulturgutes geschaffen. Im Kreis Stormarn wurden daraus seit 2013 59 Projekte mit insgesamt rund 320.000 Euro unterstützt. „Tintenfraß, Schimmelpilz, säurehaltiges Papier und unsachgemäße Lagerung setzen vielen Dokumente in den Archiven und Bibliotheken im Land zu. Diese Unikate zu restaurieren und für die Nachwelt zu sichern, erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Land und Kommunen“, sagte Kulturabteilungsleiterin Bieler-Seelhoff. Der Kreis Stormarn sei engagiert dabei. Die in Bad Oldesloe vorgestellten Projekte zeigten exemplarisch, wie vielseitig das schriftliche Erbe der Region ist. Es wurden Protokolle des Kreistags bearbeitet, Grundbücher, Pfand- und Schuldprotokolle aus der Zeit vor 1800, Brandverordnungen und Schulverzeichnisse. Eine Besonderheit war der Nachlass von Johann Heinrich Ludwig Flögel, einem Stormarner Naturforscher im 19. Jahrhundert, dessen Lebensgeschichte jetzt neu erforscht werden soll.

Kreisarchiv Stormarn und Bildungsministerium präsentieren restauriertes und digitalisiertes Kulturgut

Vor der Digitalisierung wurden die Unterlagen von der Hamburger Restauratorin Gudrun Kühl konserviert und restauriert, damit sie im Archiv wieder Interessierten vorgelegt werden können. Es wurden Fehlstellen ergänzt, Risse geschlossen und die empfindlichen Unterlagen fachmännisch gereinigt. Anschließend gingen die Archivalien nach Dresden und wurden dort schonend gescannt.

Besonders wertvoll ist der Nachlass von Johann Heinrich Ludwig Flögel. Er wurde 2008 vom Museum für Bergedorf und die Vierlande an das Kreisarchiv Stormarn abgegeben, weil Flögel Schreiber des Amtes Reinbek war. Er beschäftigte sich jedoch zunehmend mit naturwissenschaftlichen Forschungen. Die Unterlagen beinhalten eine große Vielfalt naturwissenschaftlicher Studien zu Astronomie, Insektenkunde, Mechanik und Wetterkunde, auch mit einigen Zeichnungen. Ebenfalls dabei ist sein preisgekrönter Aufsatz „Monographie der Johannisbeeren-Blattlaus“.

Johann Heinrich Ludwig Flögel. Foto: Kreis Stormarn

Johann Heinrich Ludwig Flögel. Foto: Kreis Stormarn

Flögel war Mitglied der Royal Microscopical Society of London und Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Vor wenigen Jahren wurden mehrere seiner Fotografien an das Stadtarchiv Ahrensburg abgegeben. Darunter wurden inzwischen die weltweit ältesten bekannten fotografischen Aufnahmen von Schneekristallen identifiziert.

Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Ahrensburg sollen die Unterlagen 2018 für die Forschung zugänglich gemacht werden. Des weiteren organisiert der Historische Arbeitskreis Ahrensburg gemeinsam mit dem Stadtarchiv im Mai 2018 eine Ausstellung anlässlich Flögels 100. Todestag. Und die Stadt Ahrensburg wird eine Straße im Industriegebiet Beimoor-Süd nach dem Naturforscher benennen, der am 25. Januar 1918 dort verstarb. (Quelle: Kreisarchiv Stormarn)

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