Bündnis 90/Die Grünen zur Wahl 2018: Löwer, Hansen und Langbehn gehen/Hansen, Levenhagen und Koenig kommen

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Ahrensburg (ve). Die Parteien stellen derzeit ihre Listen für den Kommunalwahlkampf auf. Jetzt haben sich die Grünen entschieden – drei prominente Gesichter sind allerdings nicht mehr dabei.

Kommunalwahl 2018 in Ahrensburg: Die Stadtverordneten Jörg Hansen, Monja Löwer und Dirk Langbehn treten nicht mehr an. Grafik:Bündnis 90/Die Grünen/Fotos:Monika Veeh/Montage:ahrensburg24.de

Kommunalwahl 2018 in Ahrensburg: Die Stadtverordneten Jörg Hansen, Monja Löwer und Dirk Langbehn treten nicht mehr an.
Grafik:Bündnis 90/Die Grünen/Fotos:Monika Veeh/Montage:ahrensburg24.de

Die Fraktionsvorsitzende Monja Löwer, Jörg Hansen und Dirk Langbehn werden bei der Kommunalwahl 2018 nicht mehr auf dem Wahlzettel stehen. Das ist mal eben die Hälfte der derzeitigen Fraktion. Christian Schubbert-von Hobe, Christian Schmidt und Claas-Christian Dähnhardt bleiben Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen.

Für Hansen, Löwer und Langbehn geht damit ein langjähriges Engagement zu Ende. Hansen ist seit 1981 ehrenamtlicher Politiker und seit 16 Jahren in Ahrensburg, Monja Löwer und Dirk Langbehn sind ebenfalls seit Anfang der 2000-er Jahre dabei. Dirk Langbehn übrigens startete als Christdemokrat, wechselte aber sehr schnell zu Bündnis 90/Die Grünen.

Kommunalwahl 2018: Rückzug dreier Stadtverordneter

„Es ist vor allem der Zeitfaktor, der zu der Entscheidung geführt hat“, sagen die drei im Gespräch mit ahrensburg24.de. Die zahlreichen Sitzungstermine und die umfangreichen Themen machten die Kommunalpolitik zu einem sehr zeitintensiven Hobby. „Eigentlich hat man kein freies Wochenende“, so Monja Löwer, „weil man ja auch häufig die Vorlagen noch durcharbeiten muss.“ Und an den Abenden in der Woche folgen dann Ausschuss- und Fraktionssitzungen. „Wie oft musste ich in den vergangenen Jahren auf eine Veranstaltung, die mich interessierten, verzichten, weil ich zu einer Ausschusssitzung musste?“, so die eher rethorische Frage von Monja Löwer.

Auch Jörg Hansen erlebt dies so und empfindet inzwischen eine Art Müdigkeit, „das Akku ist auch mal leer“, sagt er. „Nach 16 Jahren in der Kommunalpolitik mit 40 bis 50 Stunden Arbeit im Monat brauche ich jetzt mal eine Pause.“ Noch mehr Zeit wird er vermutlich während des Bürgermeisterwahlkampfes aufgebracht haben, denn in 2015 stellte er sich als Kandidat für das Bürgermeisteramt zur Wahl.

Eines hat Hansen beobachtet: „Die Streitkultur hat sich verändert. Die Bürgerinnen und Bürger interessieren sich mehr punktuell für die politischen Themen – häufig nur für das, was sie direkt betrifft. Sobald dieses Thema abgehandelt ist, verlassen sie den Saal.“ Und für Hansen ist auch klar: „Ich möchte als Kommunalpolitiker nicht beschimpft werden – und der faire Umgang zwischen Bürgern und Politikern ist nicht immer gegeben.“

Die Freude und das Leid der Kommunalpolitiker

Anfeindungen gebe es, sagt auch Monja Löwer, aber auch zahlreiche positive Rückmeldungen. Sie blickt mit Freude auf die vergangenen 15 Jahre: „Es sind wichtige Themen, über die wir arbeiten, und es macht Spaß, darüber zu entscheiden. So kannst du mit deiner Meinung etwas erreichen. Das ist spannend und nicht abstrakt.“ Deshalb sei ihr die Entscheidung aufzuhören durchaus nicht leicht gefallen. „Ich habe lange überlegt – aber als ich den Entscheidung getroffen habe, ging es mir sehr schnell sehr viel besser!“ Dirk Langbehn stimmt zu: „Auch mir fällt es schwer, die Politik aufzugeben. Aber irgendwie stellt sich auch ein bisschen Verschleiß ein.“

Kommunalwahl 2018 - die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg: Claas-Christian Dähnhardt, Cordelia Koenig, Christian Schmidt, Nadine Levenhagen, Susanna Hansen und Christian Schubbert-von Hobe (von links). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Kommunalwahl 2018 – die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg: Claas-Christian Dähnhardt, Cordelia Koenig, Christian Schmidt, Nadine Levenhagen, Susanna Hansen und Christian Schubbert-von Hobe (von links).
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Sowohl Monja Löwer als auch Jörg Hansen sind zudem Kreistagsabgeordnete und wollen auch weiterhin für den Kreistag kandidieren. Und für Jörg Hansen wird die Ahrensburger Politik trotzdem Thema am Frühstückstisch bleiben: Seine Frau Susanna Hansen wurde zur Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen in Ahrensburg gewählt. Weitere Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl sind Nadine Levenhagen und Cordelia Koenig.

Susanna und Jörg Hansen stellen allerdings eines fest: „Wir sind politisch doch sehr unterschiedlich.“ Susanna Hansen: „Mir geht es vielfach um die Natur und die Tiere, Jörg ist da eher der Bauexperte.“ Als Ziel ihrer Politik gibt Susanna Hansen vor allem die Umweltpolitik an: „Ich wünsche mir zum Beispiel viele Grünflächen in Ahrensburg, in den Tiere wie Insekten wieder Lebensraum finden können“, so die Hobby-Imkerin.

Susanna Hansen ist erst 2015 in die Partei eingetreten und wurde alsbald in den Vorstand gewählt. Derzeit ist sie Mitglied im Sozialausschuss und stellvertretendes bürgerliches Mitglied im Umweltausschuss und im Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss. Und sie stellt fest: „In einer Stadt wie Ahrensburg ist die politische Arbeit sehr direkt und man kann sehr viel gestalten.“

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Dirk Langbehn von Bündnis 90/Die Grünen: Seit 15 Jahren engagierter Kommunalpolitiker

Das Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen

Doch was genau wollen Die Grünen? Auch das haben sie auf der Versammlung beschlossen. Hier seien einige Forderungen stichwortartig genannt:

  • Lärmschutz auf Basis aktueller Verkehrszählungen
  • Ahrensburg soll sich gegen den Bau der Fehmarnbelt-Querung aussprechen
  • Rückkehr zur vorherigen Baumschutzsatzung
  • Begrünung der Innenstadt
  • Renaturierung des Auetales
  • Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
  • Energetische Sanierung öffentlicher Gebäude
  • Verbesserung des Angebotes im Öffentlichen Personennahverkehr
  • Förderung der E-Mobilität
  • Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien bei der Energiegewinnung in Ahrensburg
  • Eine Quote von 30 Prozent für geförderten Wohnraum bei Bauprojekten ab 20 
Wohneinheiten
  • Generationenübergreifende Wohnprojekte
  • Innenstadtverdichtung statt Zersiedelung des Stadtgebietes,
    Kampf gegen Leerstand von Gewerbeimmobilien und Wohnungen
  • Das Stadtmarketing stärken und professionalisieren
  • Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf alle Ahrensburger Gemeindestraßen
  • Aktualisierung des Radverkehrskonzeptes
  • Kein Bau von Umgehungstraßen
  • Nachhaltige Finanzentwicklung mit dem Ziel der Entschuldung
  • Kostencontrolling sowie Kosten-Nutzen-Analyse für Großprojekte
  • Bodenbevorratung für Potenzialflächen zum Ausweis von neuen Wohngebieten
  • Ansiedlung von neuen Unternehmen
  • Einführung der Offenen Ganztagsschule an allen Grundschulen in Ahrensburg
  • Mehr sozialer Wohnungsbau
  • Barrierefrei Kommunikation und Mobilität, Partizipation, selbstbestimmtes Leben und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen
  • Erhalt der Sportplätze auf dem Stormarnplatz
  • Neubau des Badlantic am alten Standort
  • Aufnahme des Tunneltals als UNESCO-Weltkulturerbe

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