Neues Gerät bei den Funkamateuren: Jetzt senden sie flüsternd

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Großhansdorf/Ahrensburg (ve). Ein Flüstersender – das ist der Neubau bei den Ahrensburger und Großhansdorfer Amateurfunkern.

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. Amateurfunker Stefan Reyers nutzt das Morsen. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. Amateurfunker Stefan Reyers nutzt das Morsen.
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Stefan Reyers hört. Nein, er liest. Oder doch: Er hört genau hin, auf einen piepsenden Ton. Das Morsealphabet, mit dessen Hilfe ihm irgendwo auf der welt ein Funker eine Nachricht zukommen lässt. Stefan Reyers ist Amteurfunker.

„Ich kann die Buchstaben lesen“ sagt er am Funkgerät sitzend zu den schnell wechselnden langen und kurzen Signalen. „Die Signale wandeln sich in meinem zu Buchstaben“, beschreibt er – das allerdings erfordert höchste Konzentration.

Amateurfunker: Moderne Technik auch im Eigenbau

Stefan Reyers sitzt mit seinen Freunden in zwei kleinen Kellerräumen im Großhansdorfer Roseneck. Sie alle sind Funker mit großer Leidenschaft, basteln neue Geräte, kommunizieren mit der Welt und sind stets auf der Suche nach der neuesten Technik. Und die steht gerade klein und fast etwas unscheinbar direkt neben der morsenden Hand von Stefan Reyers: ein Flüstersender.

Verschiedene Arten zu funken ist die große Leidenschaft der Mitglieder im Ortsverband Ahrensburg/Großhansdorf des Deutschen Amateur Radio Clubs. Nun also der Flüstersender. „Dieser Sender sendet mit einer minimalsten Leistung seine Signale“, erklären Stefan Reyers und André Mohneke. „Die Leistung von 200 Milliwatt entspricht gerade mal der einer LED-Leuchte.“ Und trotzdem geht das Signal um die Welt.

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. Dieser neue Flüstersender sendet Funksignale im Milliwatt-Bereich. Die Karte zeigt, wo die Signale überall empfangen werden. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. Dieser neue Flüstersender sendet Funksignale im Milliwatt-Bereich. Die Karte zeigt, wo die Signale überall empfangen werden.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Noch mehr: Alle Funkstationen, die das Signal erreicht, werden erfasst und auf einer Landkarte angezeigt. „So können wir jederzeit sehen“, erläutern die Funker, „zu welchen Stationen und in welche Ecke der Welt die Funkverbindungen derzeit besonders gut sind.“ Da lohnt sich dann vielleicht mal eine Kontaktaufnahme.

Die Funker aus Großhansdorf und Ahrensburg stellen sich ein solches Gerät aber nicht einfach auf den Tisch, sondern sie haben es vorher nebenan gebastelt. Module werden zusammengeschraubt und verbunden, aus Platinen, Drähten, Widerständen und mehr wird schließlich ein Flüstersender. Fünf Stück bauen die Vereinsmitglieder derzeit.

Was können Funker in der digitalen Welt leisten?

Ist Funken heute noch aktuell? Sagen wir es mal so – für das Funken braucht man kein WLAN, kein Internet. Man braucht einfach einen Sender und Empfänger – und schon steht die Verbindung. „Noch immer sind es die Funker“, sagen Stefan Reyers und André Mohneke, „wenn es um Nachrichten aus Katastrophengebieten geht. Sie halten die Verbindungen und Kommunikation zur Außenwelt.“ Das könnte demnächst auch für Ahrensburg gelten, denn die Funker hätten gerne eine Antenne auf dem Ahrensburger Rathaus. Dann könnten sie auch im Notfall oder Extremfall stets einen Kommunikationsweg von Ahrensburg aus in die Welt aufrecht erhalten.

„Funken macht einfach Spaß!“, sagt Stefan Reyers. Er ist als Jugendlicher zum Funken gekommen, damals schon lernte er als erstes das Morsealphabet. Er ist zum Beispiel fasziniert davon, wie die Funksignale durch Sonnenstürme und Sternschnuppen beeinflusst werden, wie die Nordlichter die Signale reflektieren. „Sendet man gegen das Nordlicht, können die Signale sehr viel weiter entfernte Ziele erreichen“, so Reyers.

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. André Mohneke. Stefan Reyers und Hans Brandt basteln (von links) sind begeisterte Funker und hoffen auf Interessierte, die auch zu diesem Hobby finden. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Deutscher Amateur-Radio-Club, Ortsgruppe Ahrensburg/Großhansdorf. André Mohneke. Stefan Reyers und Hans Brandt basteln (von links) sind begeisterte Funker und hoffen auf Interessierte, die auch zu diesem Hobby finden.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Noch heute ist die Technik in Schifffahrt, Luftfahrt und natürlich Raumfahrt präsent, auch wenn ein Großteil der Kommunikation über den Satelliten geht.

Wer möchte mitfunken? Aktion am 11. Februar 2018

Eines allerdings wünschen sich die Funker: Sie möchte neue Interessierte von ihrem Hobby überzeugen. 52 Mitglieder hat der Verein derzeit, jeden Freitag ab 18 Uhr treffen sie sich in den Kellerräumen im Roseneck 44. Derzeit freuen sie sich auf Sonntag, 11. Februar 2018. Dann werden sie in der Bagatelle in Ahrensburg eine Funkstation einrichten.

Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten

http://e09.de
www.darc.de
https://www.darc.de/der-club/distrikte/e/ortsverbaende/09

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