Ein Bufdi aus Ägypten: Deutsch-Student arbeitet im Bruno

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Ahrensburg (ve). Das Leben in Deutschland kennenlernen – das wird der Ägypter Mohab Alazazy in Ahrensburg als Bufdi.

Der Ägypter Mohab Alazazy ist für sechs Monate Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Ahrensburg und im Bruni-Bröker-Haus. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Ägypter Mohab Alazazy ist für sechs Monate Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Ahrensburg und im Bruni-Bröker-Haus.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Mohab Alazazy ist seit einer Woche Bufdi im Bruno-Bröker-Haus, also ein Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst. Das Programm ist auch offen für Interessierte aus dem Ausland.

Der Ägypter studiert seit drei Jahren in Ägypten die deutsche Sprache und die deutsche Literatur. Und spricht deutsch inzwischen fließend und sehr sicher. Das hilft vor allem den Deutschen: „Ich arbeite hier in der Jugendarbeit im Bruno-Bröker-Haus“, erzählt er im Gespräch mit ahrensburg24.de, „aber ich stehe auch im Rathaus zur Verfügung, wenn dort ein Dolmetscher für Arabisch gebraucht wird.“ Denn insbesondere bei der Arbeit mit den geflüchteten Menschen zum Beispiel aus Syrien gibt es noch immer Sprachbarrieren gerade zum Arabischen.

Zu seinem Studienfach kam der Ägypter eher zufällig aufgrund des Studienangebotes an seiner Universität. Sein großer Wunsch war eigentlich das Fach Wirtschaft und Politik. Die Politik seines Landes beobachtet er mit dem Wunsch nach mehr Demokratie. „Die Militärregierung, die derzeit in Ägypten herrscht, bietet Sicherheit, aber leider keine Demokratie. Dafür braucht es sicher noch ein bisschen Zeit.“ Doch das Ziel Demokratie sei in Ägypten noch immer groß – „es wird wohl noch eine Revolution geben“, so Alazazy vorsichtig.

Der fröhliche junge Mann ist nun erst einmal gespannt auf die Arbeit mit den jungen Menschen im Bruno-Bröker-Haus. So mancher von denen, die im Bruno ihre Freizeit verbringen, hat einen Migrationshintergrund. Mit seinen guten Sprachkenntnissen kann Alazazy ihnen bei Bewerbungen oder dem Ausfüllen von Formularen helfen.

„Deutschland gibt für die geflüchteten Menschen viel Geld aus“, beobachtet Alazazy, „das zeigt den Respekt, die Menschlichkeit und die Bedeutung der Menschenrechte in Deutschland. In Ägypten zum Beispiel sieht es ganz anders aus. Dort gibt es auch Flüchtlinge, aber die bekommen vom Staat kein Geld.“

Für sich selber wünscht er sich mehr Kontakt mit Deutschen. Sein Dienst als Bufdi begann in Bad Harzburg, doch dort machte er keine guten Erfahrungen und kaum Bekanntschaft mit Deutschen. In Ahrensburg soll das nun anders werden. Sechs Monate dauert sein Freiwilligendienst, doch es gibt eine Option auf Verlängerung – und mit der liebäugelt der Ägypter bereits.

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