Kommunalwahl 2018: Die 16 Kandidaten der WAB jenseits einer Parteiideologie

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Ahrensburg (ve). Sie wollen bei den Kommunalwahlen 2018 wählen, können sich aber für keine Partei entscheiden? Dann nehmen Sie doch die WAB.

Kommunalwahl 2018 in Ahrensburg. Einige der 16 Kandidatinnen und Kandidaten der WAB: Dr. Detlef Steuer, Spitzenkandidat Peter Egan, Hardy Horenburger, Hinrich Schmick, Karen Schmick, Dustin Holzmann, Brigitte Krogmann, Dieter Heidenreich und Marcus Olszok (von links). Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Kommunalwahl 2018 in Ahrensburg. Einige der 16 Kandidatinnen und Kandidaten der WAB: Dr. Detlef Steuer, Spitzenkandidat Peter Egan, Hardy Horenburger, Hinrich Schmick, Karen Schmick, Dustin Holzmann, Brigitte Krogmann, Dieter Heidenreich und Marcus Olszok (von links).
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Auch die Wählergemeinschaft in Ahrensburg für Bürgerbeteiligung (WAB) hat jetzt die 16 Kandidatinnen und Kanididaten für die Liste zur Kommunalwahl 2018 beschlossen. Deutlichste Veränderung: Der bisherige Fraktionsvorsitzende Hinrich Schmick rückt zurück auf Platz 7. Seinen ersten Listenplatz nimmt Peter Egan auf. Auch auf Platz 2 ergibt sich eine Veränderung, dort steht Dustin Holzmann, gefolgt von Karen Schmick. Alle drei sind derzeit Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung.

Kommunalwahl 2018: Peter Egan ist Spitzenkandidat

Auf Platz 4 und 5 finden sich Dr. Detlev Steuer und Marcus Olszok als neue Kandidaten. Hinrich Schmick steht auf Platz 6. Derzeit sitzen vier WABler in der Stadtverordnetenversammlung, in 2015 erreichte die Gemeinschaft einen Stimmenanteil von zwölf Prozent. Nun hoffen sie auf mehr und damit einen fünften oder sechsten Sitz.

„Uns ist es gelungen“, so die Mitglieder der Gemeinschaft im Gespräch mit ahrensburg24.de, „auf der Liste eine gute Mischung aus Jung und Alt, aus neuen Mitgliedern und langjährigen Mitglieder zusammen zu stellen.“

So zum Beispiel Marcus Olszok. Er ist er seit Januar Mitglied in der Wählergemeinschaft, seit mehreren Monaten allerdings bei den Treffen dabei. Und: Der frühere Ahrensburger ist er jüngst im Erlenhof wieder Ahrensburger geworden. „An der WAB gefällt mir“, so Marcus Olszok, dass es eben keine Partei ist und man sich ganz für die Stadt Ahrensburg einsetzen kann.“ Er wünsche sich zum Beispiel ein Ausbau der Tempo-30-Zonen in Wohngebieten.

WAB: Positionen und Meinungen „ohne Ideologie“

Die Verkehrspolitik mitgestalten möchte auch Dr. Detlef Steuer. Der aktive Fahrradfahrer, engagiert im ADFC Ahrensburg, möchte einen Ausbau der Radwege und des Öffentlichen Personennahverkehrs. Doch auch er betont: „Bei der WAB gibt es keine Ideologie, wir sitzen alle zusammen und tauschen unsere Meinungen aus. Und dann finden wir in der Fraktion zu einer Position ohne Vorgabe von Landes- oder Bundesebene.“

Genau das hat auch Hardy Horenburger in den Verein gelockt, der lange in Ahrensburg lebt und auch gearbeitet hat. „Mit Blick auf Ahrensburg kann man sich über manches ärgern“, so Horenburger, auf der Liste steht er auf Platz 7, „aber besser ist es doch, es mitzugestalten. In der WAB können wir unsere eigenen Ideen entwickeln.“ Ihm liege der Fortschritt der Stadt am Herzen, „Ahrensburg muss mit der Zeit gehen“. Für die Stadt wünsche er sich ein Kino, aber den Lindenhof hätte er anders gestaltet, „wir hätten vorher die Möglichkeiten für einen Busbahnhof ausloten sollen.“

Ziel der Partei: „Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung“

Die Wählergemeinschaft in Ahrensburg für Bürgerbeteiligung ist seit über 45 Jahren in der Stadtverordnetenversammlung präsent. Entstanden ist sie zu Beginn der 70 Jahre, als in Ahrensburg ein großer Streit um den Umbau der Innenstadt geführt wurde. Die Querung der Bahngleise sollte über eine Brücke erfolgen, die WAB und andere Parteien kämpften um den Bau des heute bestehenden Tunnels. Sie tritt nur zur Kommunalwahl an.

Rechtlich gesehen ist die WAB übrigens keine Partei, sondern eine Freie Wählergemeinschaft und organisiert als Verein. Sie ist eine der ersten Wählergemeinschaften in Schleswig-Holstein. Auf ihrer Internetseite heißt es: „Die parteiliche Ungebundenheit erlaubt es der WAB ohne ideologische Scheuklappen sachliche Entscheidungen im Einzelfall anzustreben. Die Vielfalt der Meinungen ist gewünscht und führt nach unserer Überzeugung zu besseren Entscheidungen. Die WAB sucht den Kontakt mit Initiativen und Vereinen vor Ort, um in ihren Entscheidungen bürgernah zu sein.“

„Und wir setzen Akzente“, so der Spitzenkandiat Peter Egan. In ihrem Wahlprogramm schreiben sie etwa: „In 2017 gelang uns zusätzlich eine Initiative, unsere Zahlungen an den Kreis Stormarn um 200.000 Euro zu senken. Von unserer Initiative haben alle Gemeinden in Stormarn mit zwei Millionen Euro profitiert. Wir haben in zäher Lobbyarbeit den Bau einer zentralen Tiefgarage unter dem Stormarnplatz in die Wege geleitet.“

Das Wahlprogramm von der Wählergemeinschaft in Ahrensburg für Bürgerbeteiligung (WAB)

Doch was genau wollen die WABler? Auch das haben sie auf der Versammlung beschlossen. Hier seien einige Forderungen stichwortartig genannt:

  •  solide Haushaltsführung mit Blick auf Schuldenabbau
  • Offene Ganztagsschulen für alle Grundschulen mit entsprechendem Schulbau
  • Investition in die digitale Infrastruktur der Schulen
  • Wohnungsbau in der Innenstadt, wenig Neubauten an den Stadträndern
  • Erhalt der Sportplätze, auch des Platzes auf dem Stormarnplatz
  • Bau der Tiefgarage unter dem Stormarnplatz
  • Erneuerung der Skateranlage
  • Sanierung der städtischen Jugendeinrichtungen
  • Beförderung des Kinobaus durch Schaffung der planerischen Voraussetzungen
  • Ausbau der Kapazität und des Personals der Kindertagesstätten mit dem Wunsch einer kostenlosen Kinderbetreuung
  • Bau der neuen S-Bahnlinie S4, allerdings ohne zusätzliche Gleis und effektiver Lärmschutz möglichst ohne sechs Meter hohe Lärmschutzwände
  • Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs
  • Ausbau des Radwegenetzes
  • Umgehungsstraßen für Ahrensburg
  • Abschaffung der Straßenausbaubeiträge
  • Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und barrierefreies Ausbau des öffentlichen Raumes
  • Bürgermitbestimmung: Sachkundigen Bürgern sollen an Beratungen der Gremien teilnehmen können, in den Sitzungen sollen zudem Einwohnerfragerechte erweitert werden

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