Niederdeutsche Bühne präsentiert „My Fair Lady“ – „Dat grönt so grön …“

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Ahrensburg (je/pm). Mit der niederdeutschen Uraufführung des Musicals „My Fair Lady“ feierte die Niederdeutsche Bühne Neumünster in der Stadthalle Neumünster eine erfolgreiche Premiere.

Gastspiel der Niederdeutschen Bühne Neumünster: "My Fair Lady" im Alfred-Rust-Saal. Foto: Niederdeutsche Bühne Neumünster

Gastspiel der Niederdeutschen Bühne Neumünster: „My Fair Lady“ im Alfred-Rust-Saal. Foto: Niederdeutsche Bühne Neumünster

Am Donnerstag und Freitag, 8. und 9. März 2018, jeweils um 20 Uhr ist das 21-köpfige Ensemble zu Gast im Alfred-Rust-Saal der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule, Wulfsdorfer Weg 71.

Niederdeutsche Bühne präsentiert „My Fair Lady“ – darum geht`s

Was verrät die soziale Herkunft eines Menschen? Seine Kleidung, sein Beruf, seine Bildung oder seine Ausdrucksweise, seine Sprache? Für den Phonetiker Professor Henry Higgins (Michael Schmidt) ist dies eine sonnenklare Angelegenheit: natürlich die Sprache, das kunstvolle Beherrschen aller Schattierungen und Feinheiten einer gehobenen Ausdrucksweise.

Gastspiel der Niederdeutschen Bühne Neumünster: "My Fair Lady" im Alfred-Rust-Saal. Foto: Niederdeutsche Bühne Neumünster

Gastspiel der Niederdeutschen Bühne Neumünster: „My Fair Lady“ im Alfred-Rust-Saal. Foto: Niederdeutsche Bühne Neumünster

Der Sprachforscher Professor Higgins wettet mit seinem Fachkollegen Oberst Pickering (Volker Rohweder), dass er die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle trotz ihres schrillen Dialekts und ihrer ordinären Ausdrucksweise innerhalb von sechs Monaten vom ungestümen Blumenmädchen auf dem Markt zur feinen Dame der besten Gesellschaft mit gepflegter plattdeutscher Ausdrucksweise erziehen kann. Mit äußerster Strenge will Higgins Eliza unterweisen, bis sie endlich Sätze wie „Dat grönt so grön, wenn Spaniens Blömen blöen“ fehlerfrei aussprechen kann. Eliza nutzt die Gelegenheit und geht mutig auf Higgins‘ Angebot ein, ohne zu wissen, dass sich ihr ganzes Leben dadurch ändern wird …

Um die perfekte Besetzung der Hauptrolle Eliza Doolittle zu finden, hatte die Niederdeutsche Bühne Neumünster drei Profis zum Casting eingeladen. Die examinierte Logopädin Johanna Kittel, 27 Jahre, aus Hamburg überzeugte mit ihrer hinreißenden Stimme und ihrer lockeren Art und setzte sich gegen ihre beiden Konkurrentinnen durch und das ohne Plattdeutsch-Vorkenntnisse und Schauspielerfahrung. Farbe ins Spiel bringen auf der Bühne auch Frank Juds als lebenslustiger Alfred P. Doolittle, Erika Wittig als Mrs. Higgins, Annett Schnoor als Mrs. Pearce und Tobias von Ankum-Hoch, der einen schmachtenden Freddy Eynsford-Hill abgibt. Als Dienstboten, Markthändler und Damen und Herren der feinen Gesellschaft dürfen zudem zahlreiche Nachwuchs-Talente erste Bühnenerfahrungen sammeln.

Genau so viel Mut wie ihre Heldin Eliza bewiesen Alan Jay Lerner (Buch und Liedtexte) und Frederick Loewe (Musik) 1956, als sie aus George Bernard Shaws erfolgreichem Schauspiel „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal ein Musical machten. Doch es zahlte sich aus – „My Fair Lady“ wurde zu dem Musical überhaupt und stellt auch 60 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway noch überraschende Fragen an die Bedeutung von Bildung und Verhalten für unser Fortkommen und das Verhältnis von intellektueller und emotionaler Intelligenz für unser Zusammenleben – verpackt in eine bezaubernde ehrliche Geschichte. Das Stück ist ursprünglich angesiedelt zwischen London und Ascot. In der eigens für die Niederdeutsche Bühne Neumünster geschriebenen Fassung von Philip Lüsebrink wird es umgesiedelt nach Lüttenbeeken, einer Phantasiestadt mitten in Mittelholstein. Die exklusive niederdeutsche Übersetzung stampfte Birgitt Jürs in zweieinhalb Wochen aus dem Boden. Sie übersetzte auch die Lieder und brachte sie in Reimform.

Das zurückhaltende Bühnenbild, das bei karger Möblierung vor allem von den großformatigen Schwarz-Weiß-Neumünster-Fotos von Michael Ermel lebt, lässt die Kostüme umso prächtiger zur Geltung kommen. Die vielen Szenen- und Kostümwechsel erfordern auch hinter der Bühne eine logistische Meisterleistung sowie pfiffige Bühnenbauer und Techniker, die jeweils zur rechten Zeit die Musik vom Band abfahren.

Tickets reservieren

Die Eintrittskarten kosten zwischen sieben und zwölf Euro zuzüglich zehn Prozent Vorverkaufsgebühr und sind ab Donnerstag, 15. Februar 2018, an den Markt Theaterkassen: Große Straße 15 a, Ahrensburg, Telefon 0 41 02 / 51 640, und Rathausstraße 25, Bargteheide, Telefon 0 45 32 / 20 800, sowie an der
Abendkasse erhältlich. Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent erhalten gegen
Nachweis 50 Prozent Ermäßigung. Sofern das Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis vermerkt ist, erhält eine Begleitperson ebenfalls eine zu 50 Prozent ermäßigte Karte. Schüler, Studenten, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienst- und Freiwilliges-Soziales-Jahr-Leistende bis zum 30. Lebensjahr erhalten gegen Vorlage ihres Ausbildungsausweises 50 Prozent Ermäßigung auf den Karten-Einzelpreis.

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