Gastbeitrag: Ein besonderer Jahresauftakt beim Projekt „Engagierte Stadt“

0
image_pdfimage_print

Ahrensburg (ve/pm). Großes Interesse am Jahresauftakt vermeldet das Projekt Engagierte Stadt Ahrensburg. Lesen Sie einen Gastbeitrag des Veranstalters.

Jahresauftakt beim Projekt "Engagierte Stadt": Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zu der Veranstaltung in das Peter-Rantzau-Haus. Foto:©Roland Nethe

Jahresauftakt beim Projekt „Engagierte Stadt“: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zu der Veranstaltung in das Peter-Rantzau-Haus.
Foto:©Roland Nethe

Rund 100 Besucher folgten am 15. Februar 2018 der Einladung der Engagierten Stadt Ahrensburg zum etwas anderen Neujahrsauftakt in das Peter-Rantzau-Haus. Wie im vergangenen Jahr begann der Abend mit einem Podiumsgespräch. Das Thema des Abends „Sorgloses Leben in Ahrensburg?“.

Gemeinsam mit Moderator Armin Diedrichsen vom Kulturzentrum Marstall gingen Helma Schuhmacher von der Alzheimer Gesellschaft Stormarn, Imke Tegtmeier vom Projekt „Beherzt“, Andre Grigjanis vom Seniorenbeirat, Günter Feigl vom SSC Hagen, Brigitte Sharp von der Stadtverwaltung Ahrensburg, Fachdienst Soziale Hilfen, Monika Janetzke und Ulrike Reichle vom Theaterprojekt Hort am Schloss dieser Frage nach und gaben Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Imke Tegtmeier berichtete, das nicht alle Menschen in Ahrensburg sorglos ins neue Jahr starten konnten. „Beherzt“ ist ein Stormarner Präventitionsprojekt für Kinder psychisch erkrankter Eltern und ihre Familien. Kinder psychisch erkrankter Eltern sind häufig besonderen Belastungen und Entwicklungsrisiken ausgesetzt, sie können keine unbeschwerte Kindheit erleben. Präventive Unterstützung für diese Kinder und Hilfen für die Familien seien daher von großer Bedeutung. Dennoch sei der Fortbestand des Projektes Beherzt trotz des hohen Bedarfs auch nach vierjähriger Projektlaufzeit ungewiss.

Jahresauftakt beim Projekt "Engagierte Stadt": Vertreter der Vereine und Verbände auf dem Podium berichteten über die Bedingungen ihrer Arbeit, moderiert wurde der Abend von Armin Diedrichsen (links). Foto:©Roland Nethe

Jahresauftakt beim Projekt „Engagierte Stadt“: Vertreter der Vereine und Verbände auf dem Podium berichteten über die Bedingungen ihrer Arbeit, moderiert wurde der Abend von Armin Diedrichsen (links).
Foto:©Roland Nethe

Der Fachdienst Soziale Hilfen der Stadtverwaltung Ahrensburg habe täglich mit verzweifelten Einzelpersonen und Familien zu tun, die dringend eine Wohnung benötigen, so Brigitte Sharp. Aktuell sind 265 Personen obdachlos und 200 Wohnungsbewerbungen registriert. Die Stadt hat derzeit 514 öffentlich geförderte Wohnungen und davon bei 377 Wohnungen ein Belegungsrecht. Trotz Bewegung auf dem Wohnungsmarkt – Anfang Januar konnten 21 neue Wohnungen vom Verein Heimat bezogen werden und weitere entstehen oder sind in Planung – reiche es nicht, um kurzfristig den Bedarf zu decken. Die Stadtverwaltung sei daher permanent auf der Suche nach geeignetem Wohnraum und nutze alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Situation zu verbessern – aber am Ende sei man auf die Kooperation der Eigentümer angewiesen.

„“Sorgloses Leben in Ahrensburg“ ist mit der Betroffenheit einer Demenzerkrankung sicher nicht zu erreichen“, so Helma Schuhmacher von der Alzheimer Gesellschaft Stormarn, „aber wir wollen mit unserem Engagement dafür sorgen, das Leben und den Alltag für diese Menschen erträglicher zu machen“, betonte sie.

Fit sein, gesund bleiben und Freude mit Gleichgesinnten erleben, das bietet der SSC Hagen Ahrensburg seinen mehr als 1.500 Mitgliedern mit einem Sportangebot an. Günter Feigl berichtete, dass viele Mitglieder im Kindesalter beim SSC Hagen ihren Sport beginnen würden und dem Verein auch später treu blieben. Die geplanten Ganztagesschulen stellen den Verein jedoch vor die Herausforderung wie sie die Kinder und Jugendlichen künftig erreichen könnten.

Der Seniorenbeirat der Stadt Ahrensburg setzt sich für die Belange älterer Menschen in der Stadt ein – etwa durch die Teilnahme an Ausschusssitzungen, Beratung der Stadtverordneten oder der regelmäßigen Sprechstunde, in der alle Senioren ohne Voranmeldung Rat und Lösungshilfe finden können. Andre Grigjanis berichtete, dass der Seniorenbeirat aktiv gegen Einsamkeit und Einschränkungen im Alter arbeite. Ein Ziel sei es, zum Beispiel Vorurteile älterer Menschen gegenüber Smartphones abzubauen und die Chancen der neuen Medien den Bürgerinnen ‚Bürgern zu vermitteln.

Miteinander statt nebeneinander

Menschen aus vielen Nationen leben in Ahrensburg, damit die Integration bereits im Kindesalter gelingen kann, müsse man etwas tun, so Monika Janetzke und Ulrike Reichle vom Hort am Schloss. „Im vergangenen Jahr haben wir ein Theaterprojekt initiiert, welches die sprachliche Kompetenz und die Selbstwahrnehmung förderte. Es stärkte das Selbstvertrauen und die Gruppenarbeit. Nach den positiven Erfahrungen 2017 Jahr wird auch 2018 wieder für eine Gruppe von Schulkindern (41 Kinder aus dem 1. bis 4. Schuljahr mit einem hohen Migrationsanteil) an einem Theaterprojekt gearbeitet.“

Das Ziel sei eine langfristige Etablierung des „Kindertheaters im Hort am Schloss“. Dafür benötigt das Projekt noch Unterstützer. Bereits 2017 war nur dank der Spendenaktion „Music for free“ und des „Marstalls“ die Realisation des Theaterprojektes möglich.“

Nach dem Podium ging es zum gemütlichen Teil mit viel Gelegenheit zu Gesprächen. Ein Dank geht an Musikschule in Ahrensburg (MiA), deren Schülerinnen und Schüler für musikalische Unterhaltung sorgten, sowie an das Peter-Rantzau-Haus für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und famila Ahrensburg für den kulinarischen Rahmen.

Jahresauftakt beim Projekt "Engagierte Stadt": Das Team vom Projektbüro Engagierte Stadt mit Bürgervorsteher Roland Wilde und der Stellvertretenden Bürgermeisterin Carola Behr (Mitte). Foto:©Roland Nethe

Jahresauftakt beim Projekt „Engagierte Stadt“: Das Team vom Projektbüro Engagierte Stadt mit Bürgervorsteher Roland Wilde und der Stellvertretenden Bürgermeisterin Carola Behr (Mitte).
Foto:©Roland Nethe

Kommentieren