Nachverdichtung in Ahrensburg: Was geht rund um die Klaus-Groth-Straße?

2
image_pdfimage_print

Ahrensburg (ve). Ahrensburg sucht Platz für neuen Wohnraum. Wäre es da möglich, mitten in der Innenstadt rund um die Klaus-Groth-Straße Nachverdichtung zuzulassen?

Rund um die Klaus-Groth-Straße: Eignet sich dieses Gebiet für eine Nachverdichtung? Foto:ahrensburg24.de

Rund um die Klaus-Groth-Straße: Eignet sich dieses Gebiet für eine Nachverdichtung?
Foto:ahrensburg24.de

Je nach politischer Überzeugung gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, wo und vor allem wieviel neuer Wohnraum in der Schlossstadt entstehen soll. Einigkeit besteht interfraktionell über einen Grundsatz: Innenverdichtung geht vor, Ausweisung neuer Baugebiete soll nachrangig sein.

Innenverdichtung: Wo und wie kann sie erfolgen?

Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn auch zur Frage der Innenverdichtung gibt es keinen Konsens darüber, wo und in welcher Form eine Bebauung für alle Parteien konsensfähig ist. Die Stadtverwaltung ist nun wieder auf die Suche gegangen und hat ein Gutachten zum Gebiet zwischen Stormarnplatz und Fritz-Reuter-Straße in Auftrag gegeben. Aufgestellt werden könnte dafür der Bebauungsplan 80B, derzeit gilt dort die Erhaltungssatzung nach Paragraf 34 im Baugesetzbuch. Bernd Schürmann vom Büro Stadt Raum Plan aus Itzehoe hat es im Bauausschuss vorgestellt.

Der Bereich ist ein Stadtteil mit Geschichte. Bereits im 19. Jahrhundert wurde er als Neubaugebiet ins Gespräch gebracht, in den 20er Jahren wurde der Plan für die heutige Parzellierung aufgestellt. Gebaut wurde dort schließlich in den 60er und 70er Jahren. Die Bebauung besteht überwiegend aus zweigeschossig Einfamilienhäusern auf großen Grundstücken. Nur wenige Mehrfamilienhäuser stehen entlang der Straßenzüge und erst seit den 2000er Jahren wurden Häuser gebaut, die nicht die Form des Giebeldaches aufgreifen.

Neue Häuser auf Pfeifengrundstücken

Schürmann untersuchte die Möglichkeit einer Nachverdichtung. Diese bestehe grundsätzlich durch Ausweisung so genannter Pfeifengrundstücke, teilweise wurde dies sogar bereits umgesetzt. Voraussetzung dafür: In den meisten Fällen müssen Nachbarn sich über die Zuwegung zum hinteren Bereich ihrer Grundstücke einig werden. Dann könnten in den Gärten neue Häuser gebaut werden. Das allerdings geht in erster Linie auf den Grundstücken, auf denen die Neubebauung keine Verschattung der vorhandenen Häuser und Gärten bedeuten würde.

Einzelne Baufelder könnten demnach in den Gärten der Grundstücke entstehen. Schürmann plädierte dafür, dass dabei die üblichen Vorgaben wie drei Meter Abstand des Baukörpers zur Grundstücksgrenze eingehalten werden. Daraus ergibt sich eine kleinteilige Bebauung mit Einzelhäusern. Eine Erschließung der hinteren Gärten etwa mit einer gemeinsamen Zuwegung lehnte Schürmann, diese Straße würde das Gebiet zu sehr durchschneiden.

Schürmann analysierte auch die Architektur in dem Gebiet und warnte vor einer zu großen Durchmischung. Die Neubauten sollten sich daher an die Vorgaben zur Zweigeschossigkeit und Dachform richten. Carports, Dachneigungen, Vorbauten und ähnliches sollten nur in geringem Umfang voneinander abweichen.

Es war eine erste Vorstellung dieser Idee im Bauausschuss. Die Mitglieder des Ausschusses hörten sich die Ideen an, konkrete Stellungnahmen konnten noch nicht gegeben werden. Die Idee wird aber sicherlich im Rahmen der Debatte um die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes wieder diskutiert werden.

2 Kommentare

  1. @Herr Hausmann: Die Stadt hat im Gespräch auf dem Gelände des Sportplatzes einen Erweiterungsbau für das Rathaus, eine Tiefgarage und einen Skaterpark zu bauen – da ist in meinen Augen doch die Nutzung als Sportplatz deutlich sinnvoller und steht in keinem Verhältnis zu den dabei entstehenden Kosten ohne Refinanzierung. Autolärm und Abgase inklusive. Im Übrigen sollte jedem klar sein, dass bei sozialem Wohnungsbau mit vielen Einheiten für Familien auch viele Kinder dort wohnen, die nicht nur, um mit Ihren Worten zu sprechen, dauerhaft Lärm machen, sondern auch noch Platz für ein Freizeitangebot wie z.B. einen Sportplatz oder Spielplatz benötigen, um nicht auf die vielbefahrene Straße zu laufen oder als Jugendliche vor dem CCA rumzuhängen. Wohnungsbau erfordert mehr, als kurzfristig gedachte Schnellschüsse. Noch findet auf dem Sportplatz Leben im Zentrum der Stadt statt, bei Verlagerung ins Gewerbegebiet würde Leben und Bewegung an den Rand verschoben, wie in unseren Köpfen und mit dem entstehenden Elterntourismus genau das fördern, was immer beklagt wird: Desinteresse am Leben in der eigenen Stadt, Erhöhung des Verkehrsaufkommens, Bewegungsarmut, Unselbstständigkeit. Vielleicht dann doch lieber den so selten (da nur 20% von 24 Stunden) aufkommenden Lärm bei Sport und Spiel ertragen statt Dauerfrust.

  2. Horst Hausmann on

    Aha! Da möchte man also in der Klaus Groth Str. nachverdichten, damit möglichst noch mehr Anwohner an Sonntagen nach harter Wochenarbeit vom Sportplatz zugelärmt werden.
    Zugelärmt mit eintönigen Ansprachen, naiven Hit-Gedudel, Zuschauer-Gegröle und kurzzeitigem Aufdrehen der Anlage bis zum Anschlag … Wer stört sich schon beim Veranstalter an den Auflagen des Ordnungsamtes?

    Das Sportplatz-Areal mitten im Zentrum ist in 24 Stunden zu ca. 80 Prozent ungenutzt. Auf dem Areal könnten massenhaft Sozialwohnungen beziehungsweise ein Mix wirklich stadtnah gebaut werden. Und sogar etwas großzügig und nicht zusammengepfercht im „2 Zimmer / Küche / Bad“-Nachverdichtungswahn. Der jetzige Zustand ist eine Vergeudung, die sehr schwer in anderen Städten zu finden ist. Dort ist man schlauer.
    Ein ordentlicher Sportplatz am geeigneten Stadtrand mit ausreichend Parkmöglichkeiten und ohne Lärm-Einschränkungen wäre allen dienlich!

Kommentieren