Kinderbetreuung in Ahrensburg: Für Eltern oft eine Sorge mehr

0

Ahrensburg (ve). Es bleibt ein großes Sorgenkind – die Kinderbetreuung in Ahrensburg. Für Eltern, für Mitarbeiter der Kitas und für die Politik. Zum Beispiel in der Kita Schäferweg und im Hort der Grundschule am Reesenbüttel.

Mit fast stockender Stimme hat sich auf der Sitzung des Sozialausschusses eine Mutter an die Politik und Verwaltung gewandt. Die Eltern haben ihr Angst um die Qualität der Betreuung ihrer Kinder. Denn in der Kindergartengruppe ihres Kinder in der Kita Schäferweg muss eine langjährige Erzieherin und Vertrauensperson der Kinder und Eltern gehen.

Erzieherin wird Springerin: Unmut bei den Eltern

Grund für den Wechsel ist der Personalmangel im Bereich der Kindererziehung. Die Erzieherin soll als Springerin eingesetzt werden, das hat die Stadt Ahrensburg als Träger der Einrichtung entschieden. Und, wie Cornelia Beckmann, in der Verwaltung zuständig für die Kindertagesstätten, in der Sitzung deutlich gemacht hat, im Einvernehmen mit der Einrichtung sowie den betroffenen Erzieherinnen.

„Sie ist die Bezugsperson unserer Kinder und leistet hervorragende Arbeit“, so die Eltern. „Ein Wechsel der Bezugsperson kann die Qualität in der Kinderbetreuung nicht sicher stellen“, war ein weiteres Argument. Und die Eltern sind wütend über die Kommunikation: „Wir wurden früher einbezogen und unterrichtet, wenn es einen Wechsel bei den Erzieherinnen gab. Diesmal wurden wir von einem Tag auf den anderen vor vollendete Tatsachen gestellt. Und die Leitung der Kita gibt uns auch keine Auskunft.“

Eine Alternative zu der Entscheidung gibt es indes nicht – auch nicht auf Drängen der Eltern. Cornelia Beckmann betonte, dass die Entscheidung feststehe und das – wie in allen Personalfragen – öffentlich dazu keine weiteren Erläuterungen erfolgen können. Und Doris Brandt, Vorsitzende des Ausschusses, ergänzte: „Die Personalentscheidung liegt beim Träger der Einrichtungen, also bei der Stadt. Die Politik kann darauf keinen Einfluss nehmen.“

Offene Ganztagsschule an der Grundschule Reesenbüttel: Personalnot im Hort

Auch an der Grundschule am Reesenbüttel sind die Eltern besorgt. Denn nach der Entscheidung, dort eine Offene Ganztagsschule einzurichten, ist der Hort der Arbeiterwohlfahrt (AWO) quasi ein Auslaufmodell. Allerdings derzeit noch pro forma, denn der konkrete Beschluss zur Offenen Ganztagsschule erfolgt erst, wenn ein Modell und Träger gefunden worden ist, dem die Politik zustimmt. Dieser Prozess kann noch dauern, von ein bis zwei Jahren ist die Rede.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hortes entzieht das jedoch ihre berufliche Perspektive. Zwei der über 25 Mitarbeiterinnen hätten bereits gekündigt, drei verlassen den Hort vermutlich zum Sommer. Anette Schmitt, Geschäftsführerin der AWO in Stormarn: „Wir werden versuchen, neues Personal zu finden, aber angesichts der Personalnot, die sowieso in der Branche besteht, wird es schwer sein, Mitarbeiter für befristete Tätigkeiten zu finden.“ Heißt: Die Anzahl der Hortplätze an der Grundschule am Reesenbüttel wird sich verringern.

Mehrfach haben Eltern in dem Ausschuss auf diesen Misstand hingewiesen. Allerdings ist das für die Politik ein kaum zu lösendes Problem: Die Offene Ganztagsschule wird – nach Beschluss der Schulkonferenz – gewünscht und ist nicht ohne Übergangszeit einzurichten. Und Übergangszeit bedeutet befristete Tätigekeit für die Angestellten. „Wir müssen diese Übergangszeit gemeinsam durchstehen“, so lautet der Tenor der Ausschussmitglieder in Richtung Eltern.

Themenbild Kindererziehung. Foto:©Ines Friedrich/pixelio.de

Themenbild Kindererziehung.
Foto:©Ines Friedrich/pixelio.de

Kommentieren