HanseBelt: Dänemark beschleunigt das Tunnelprojekt/IHK Ostholstein

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Lübeck (ve/pm). Mit den unterstützenden Stimmen des Folketing hat das dänische Verkehrsministerium die staatliche Projektgesellschaft Femern A/S beauftragt, vorbereitende Schritte für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels vorzuziehen. Die IHK zu Lübeck begrüßt dies.

Besuch der IHK zu Lübeck und der IHK zu Schwerin in Rødby und in Holeby bei Femern A/S: Überfahrt von Puttgarden nach Rødby - dort soll in zwölf Jahren ein Tunnel entlang führen. Foto:Archiv ahrensburg24.de

Besuch der IHK zu Lübeck und der IHK zu Schwerin in Rødby und in Holeby bei Femern A/S: Überfahrt von Puttgarden nach Rødby – dort soll in zwölf Jahren ein Tunnel entlang führen. Foto:Archiv ahrensburg24.de

Mehr als 50 Millionen Euro stelle der Staat zur Verfügung, damit die Arbeiten in diesem Jahr beginnen können. Konsul Bernd Jorkisch, Vorsitzender des HanseBelt Initiativkreises, begrüßt dieses Signal aus Dänemark und sagt: „Dänemark lässt keine Zweifel aufkommen und steht mit dem kraftvollen Vorantreiben des Tunnelprojekts voll und ganz hinter der Entwicklung einer neuen europäischen Zukunftsachse zwischen Hamburg und Kopenhagen“.

Das Geld sei dafür vorgesehen, die Produktionsflächen der Tunnelelemente vorzubereiten sowie Straßen, Wege und Bürogebäude in Rødbyhavn zu bauen. Damit reagiert das dänische Verkehrsministerium auf die Entwicklung im deutschen Genehmigungsverfahren für die Realisierung der festen Fehmarnbeltquerung. Der HanseBelt zwischen Fehmarn und Hamburg mit dem Oberzentrum Lübeck, als Teilregion der Metropolregion Hamburg, ist der besonders begünstigte Entwicklungsraum dieser Zukunftsachse.

In diesem Jahr beginnen die Dänen mit
– einem bauvorbereitenden Monitoringprogramm,
– der Ausarbeitung detaillierterer Methodenbeschreibungen der Bauarbeiten,
– der Fortsetzung archäologischer Untersuchungen bei Rødbyhavn sowie
– der Vorbereitung der Produktionsflächen bei Rødbyhavn sowie der Einrichtung von Straßen, Wegen und Büroräumen in der Stadt.

Besuch der IHK zu Lübeck und der IHK zu Schwerin in Rødby und in Holeby bei Femern A/S: Dort, wo jetzt noch Windräder stehen, werden Fabrikgebäude entstehen, in denen die 89 Bauelemente des Tunnels hergestellt werden. Foto:Archiv ahrensburg24.de

Besuch der IHK zu Lübeck und der IHK zu Schwerin in Rødby und in Holeby bei Femern A/S: Dort, wo jetzt noch Windräder stehen, werden Fabrikgebäude entstehen, in denen die 89 Bauelemente des Tunnels hergestellt werden. Foto:Archiv ahrensburg24.de

HanseBelt Initiativkreis

Die Förderung der engeren Zusammenarbeit auf der Achse Hamburg-Kopenhagen/Malmö ist eines der fünf Handlungsfelder der HanseBelt Initiative und fördert den Austausch in der gesamten internationalen Fehmarnbelt-Region. Neben den Mitgliedschaften in der Initiative pro Metropolregion Hamburg (IMH e.V.) und dem Fehmarnbelt Business Council wird zum Start ins neue Jahr 2018 eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der engeren Kooperation auf der Achse von Hamburg bis Kopenhagen/Malmö näher befasst. Der Verein HanseBelt ist neben den Landkreisen Segeberg, Stormarn, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und der Hansestadt Lübeck sowie den Wirtschaftsförderungen dieser Kreise Träger eines neu zu initiierenden Regionalmanagements in der HanseBelt Region.

Die HanseBelt Initiative ist ein Zusammenschluss von 95 Unternehmen in der HanseBelt Region zwischen Hamburg und dem Fehmarnbelt. Die Industrie- und Handelskammern zu Lübeck und zu Schwerin, die Handelskammer Hamburg sowie die Deutsch-Dänische Handelskammer unterstützen die regionale Initiative.

IHK-Wirtschaftsbeirat Ostholstein fordert Taten von Bund und Land

Die Mitglieder des Wirtschaftsbeirates Ostholstein der IHK zu Lübeck begrüßen ebenso das Bekenntnis der Landesregierung, allen voran Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz, zum zügigen Bau der Festen Fehmarnbeltquerung (FBQ). „Es ist Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen“, sagt Thilo Gollan, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates. Zwar habe es bereits organisatorische Veränderungen zur Optimierung der Arbeit im Verkehrsministerium gegeben und auch einen intensiven Austausch des neuen Amtes für Planfeststellung mit den Vorhabenträgern Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck, der DB Netz AG und Femern A/S. „Gleichwohl sind noch keine realen Schritte erfolgt“, so Gollan. Er fordert die Beteiligten auf deutscher Seite zum zügigen Handeln auf.

Auf der dänischen Seite ist die gesamte Infrastruktur zum Bauplatz seit zwei Jahren fertig. Darüber hinaus haben die Dänen zusätzliche 55 Hektar um die Baustelle herum für Gewerbetreibende überplant und dem Markt zur Verfügung gestellt. Bereits vor Jahren haben sich dort die ersten kleinen, mittleren und auch großen Unternehmen angesiedelt, um an den Arbeiten zur FBQ und damit an der Wertschöpfung teilzuhaben.

„Das bedeutet, dass unsere dänischen Nachbarn arbeitsfähig sind und nur noch darauf warten, dass der Planfeststellungsbeschluss auf deutscher Seite rechtskräftig wird“, sagt Gollan. Auf der deutschen Seite dagegen gebe es keine nennenswerten Ausweisungen von Flächen für die Unternehmen oder Vorarbeiten, die den Start des Projektes deutlich beschleunigen könnten, sobald der Planfeststellungsbeschluss Gültigkeit besitzt, bemängelt der Vorsitzende. „Im Gegenteil: Das Planfeststellungsverfahren in Deutschland läuft bis Ende dieses Jahres. Danach wird es vermutlich Klagen von Gegnern geben, die das Projekt nur verzögern wollen – auf Kosten der Steuerzahler.“ Die Wirtschaft in der Region dagegen hat bereits siebenstellige Beträge in die Vorbereitungen auf das große Projekt investiert, ohne die notwendige Unterstützung vom Staat zu erhalten.

Das blaue Kreuz der Beltretter: Entlang der Strecke in Ahrensburg soll es möglichst viele Standorte bekommen. Diesen Standort am Bahnhof allerdings musste es wieder verlassen, dort ist öffentliches Gelände. Foto:Archiv ahrensburg24.de

Das blaue Kreuz der Beltretter: Entlang der Strecke in Ahrensburg soll es möglichst viele Standorte bekommen. Diesen Standort am Bahnhof allerdings musste es wieder verlassen, dort ist öffentliches Gelände. Foto:Archiv ahrensburg24.de

Auf deutscher Seite dauert das Planverfahren ungleich länger, als auf dänischer Seite. Zudem haben die unterschiedlichen Landesregierungen das Projekt mit unterschiedlichem Tempo bearbeitet. Hintergrund ist auch, dass auf deutscher Seite die Debatte um die Abwicklung der Verkehre von Puttgarden aus langwierig debattiert wird. Auch gibt es auf deutscher Seite ein Initiative gegen die Errichtung des Tunnels, die Beltretter.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag: „Feste Fehmarnbelt-Querung: Handelskammern werben für Dänemarks Lieblings-Projekt

Tunnel unter der Ostsee: Impulse für die Regionen sollen genutzt werden. Grafik:Femern A/S

Tunnel unter der Ostsee: Impulse für die Regionen sollen genutzt werden.
Grafik:Femern A/S

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