Gemeinschaftsschule Am Heimgarten: Gut genug für den Schulpreis 2018?

0
image_pdfimage_print

Ahrensburg (ve). Sie wollen es wissen: Schüler, Eltern und Lehrer der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten (GaH) stellen sich der Prüfung für den Schulpreis 2018. Jetzt war die Jury vor Ort.

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Einen ganzen Tag lang hat sich die Schule von den Juroren auf die Finger gucken lassen. Wie sieht der Unterricht aus? Wie wird mit besonderen Herausforderungen umgegangen? Wie stark ist die Identifikation der Schüler und Eltern und natürlich des Kollegiums mit ihrer Schule?

Schulpreis 2018: Nach der Bewerbung kommt die Prüfung

Schulleiter Thomas Gehrke hatte angeregt, das alles herauszufinden und sich dazu dem Wettbewerb Schulpreis 2018 zu stellen. Und die Schule hat die Idee begeistert aufgenommen. Schüler, Eltern und Lehrer haben gemeinsam eine Präsentation vorbereitet, mit der sich die Schule beworben und vorgestellt hat. Sie haben Projektarbeiten unternommen, in dem über die Schule und ihr Werdegang gesprochen wurde. Und sie haben alles so aufgearbeitet, dass es der Jury bei einem besonderen Prüfungstag präsentiert werden konnte.

„Dabei haben sich viele beteiligt und das wiederum war für mich eigentlich ganz einfach“, erklärt Thomas Gehrke im Gespräch mit ahrensburg24.de. „Ich habe einfach gefragt „Wer möchte etwas präsentieren?“ und schon haben sich Klassen bereit erklärt und etwas vorbereitet.“ Darin sieht Gehrke auch den besonderen Nutzen der Bewerbung für den Schulpreis: „Wir haben eigentlich schon jetzt ein bisschen gewonnen alleine dadurch, dass wir im Vorfeld alle zusammmen gearbeitet haben.“ Bereits das habe zur guten Stimmung in der Schule und zur Identifikation mit der Schule beigetragen.

Landesweiter Schulpreis: Das Motto ist „Ergebnisse und Wirkungen“

Der Schulpreis wird alle zwei Jahr vom Land Schleswig-Holstein verliehen, Schulen können sich bewerben. Bei den vergangenen beiden Wettbewerben waren die Themen „Pädagogik der Vielfalt“ (2014) und „Gute Schule – Guter Unterricht“ (2016). In diesem Jahr heißt das Motto „Ergebnisse und Wirkungen“. Die Jury bestimmt unter den eingegangenen Bewerbungen zehn Schulen, die für den Preis nominiert werden. Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten ist in diesem Jahr unter diesen zehn. Und diese Schülen werden dann bei einem Prüfungstag besucht.

Drei Preisgelder in Höhe von 6.000 und zweimal 3.000 Euro werden von Hochschulen, der Wirtschaft und dem Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein ausgelobt. Ob einer der Preise an die GaH geht, entscheidet sich nun nach dem Besuch der Jury. Sie werden auch die neun anderen Schulen eingehend begutachten und bis zum Sommer entscheiden. Die Preise werden dann am 1. Juni 2018 in Kiel überreicht.

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises. Die Jury gibt nach der Präsentation ein Feedback. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises. Die Jury gibt nach der Präsentation ein Feedback.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Schon jetzt aber gab es ein durchaus positive Rückmeldung von Seiten der Jury. In ihr sitzen Dr. Jens Winkel, Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der Universität Flensburg, Wulf Wersig von der Berlin University of Digital Science und pensionierter Lehrer, Claudia Pick vom Landes-Elternbeirat der Gymnasien, Thorsten Muschinski vom Landes-Elternbeirat der Gemeinschaftsschulen und Lia Bichat vom Landes-Schülerbeirat.

Präsentation der Gemeinschaftsschule: Das sagt die Jury

Und die Juroren stellten sich am Ende des Präsentationstages Eltern, Lehrern und Schülern sowie der Presse und ließen sich ein bisschen in die Karten schauen. „Sie haben schwierige Ausgangsbedingungen“, ließ es Dr. Jens Winkel gelten, „und meistern diese Herausforderung beeindruckend und mit viel Elan.“ Schwer sei es für die Schule dadurch, dass sie keine Oberstufe anbieten könne und in Ahrensburg dadurch im Angebot der weiterführenden Schulen benachteiligt sei.

„Manche Schulen sind privilegierter und können sich ihre Schülerinnen und Schüler sogar aussuchen“, so Winkel, „das können Sie nicht. Dadurch besteht eine extreme Heterogenität an Ihrer Schule.“ Denn das bedeutet, dass Schüler auf dem Bildungsniveau vom Ersten Allgemeinen Schulabschluss bis zum Abitur in einer Klasse gemeinsam unterrichtet und gefördert werden müssen. Zu den gemeisterten Aufgaben gehöre auch die Einrichtung des Zentrums für Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

„Sie haben die Vorstellung der Schule mit viel Aufwand betrieben, dafür gebührt Ihnen Anerkennung“, ergänzte Wulf Wersig. Auch er erkannte an, dass die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten eine wichtige Aufgabe in der Ahrensburger Schullandschaft habe, wenn dort alle Schüler in die Bildungsgänge geführt werden sollen. Wersig: „Was Sie da in zwei Jahren bewegt haben, ist ganz ausgezeichnet.“

Lia Bichat vom Landes-Schülerbeirat habe es insbesondere beeindruckt, wie die Lehrer und Schüler miteinander umgehen. Claudia Pick im Landes-Elternbeirat Gymnasien sieht es ähnlich und lobt, „mit welchen Wegen sie die Schüler zum Erfolg führen.“ Und Thorsten Muschinski vom Landes-Elternbeirat der Gemeinschaftsschulen schließlich sah die gute Zusammenarbeit von Schule und Eltern als positives Kriterium.

Und was bedeutet das nun für die Arbeit an der Schule?

Mit der Bewerbung für den Schulpreis geht die Gemeinschaftsschule erneut den Weg einer besonderen Qualitätskontrolle. Bereits vor zwei Jahren hat sie eine Qualitätskontrolle auf anderem Weg forciert und sich beim Schulfeedback prüfen lassen. Damals war sie die erste Schule, die dieses Qualitätsmanagement für ihre Arbeit einforderte.

Gehrke: „Es ist einfach wichtig für unsere Schule, die eigene Arbeit stets zu verbessern. Das Wichtigste für mich ist eigentlich die Rückmeldung der Jury, wie diese Schule weiterentwickelt werden kann – mehr als der Schulpreis selber. Und nicht zuletzt ist die Bewerbung um den Schulpreis auch gut für das Image der Schule.“

So ganz schlecht können die Noten der Jury also nicht sein, ließe sich da vermuten. Aber ob es für einen Preis reicht, weiß keiner abzuschätzen. Bleibt nur noch, auf den 1. Juni 2018 zu warten.

Lesen Sie auch Beiträge zum Schulfeedback:
Aktion Schulfeedback der Landesregierung: Gemeinschaftsschule Am Heimgarten ist die erste!
Ministerin Ernst und das Schulfeedback-Programm: Wie geht Gemeinschaftsschule besser?
Schulfeedback an der Gemeinschaftsschule am Heimgarten: Erste Ergebnisse / Gastbeitrag

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises. Die Jury: Lia Bichat, Wulf Wersig, Thorsten Muschinski, Dr. Jens Winkel, Claudia Pick und Schulleiter Thomas Gehrke (von links). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Bewerbung um den Schulpreis 2018: Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten stellte sich der Prüfung durch die Jury des landesweiten Preises. Die Jury: Lia Bichat, Wulf Wersig, Thorsten Muschinski, Dr. Jens Winkel, Claudia Pick und Schulleiter Thomas Gehrke (von links).
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Teilen.

Kommentieren