Kriminalstatistik 2017 für Ahrensburg: Weniger Wohnungseinbrüche, mehr Betrüger

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Ahrensburg (ve). Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Ahrensburg ist in 2017 stark zurück gegangen. Doch andere Verbrechen insbesondere Betrugstaten rücken nach.

Jährlich veröffentlicht die Polizeidirektion Ratzeburg die Kriminalstatistik für die Region Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Daraus ergeben sich auch Zahlen für Ahrensburg. Diese hat Ralf Lorenzen, Leiter der Kriminalpolizeistelle Ahrensburg, jetzt auf der Hauptversammlung des Vereins Bürger für Sicherheit erläutert.

Bericht der Kriminalpolizei bei der Hauptversammlung der Bürger für Sicherheit

Denn auch dies ist guter Brauch in Ahrensburg: Der Verein Bürger für Sicherheit arbeitet mit der Polizei in Ahrensburg eng zusammen. Und so werden Ralf Lorenzen und Jörg Marienberg, der kommissarische Leiter des Polizeireviers Ahrensburg, regelmäßig zu den Hauptversammlungen des Vereins eingeladen und informieren dort über ihre Arbeit.

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Die wichtige Zahl für Ahrensburg: In 2017 gab es 150 Wohnungseinbrüche. Das ist nach dem Höhepunkt in 2015 mit 312 Einbrüchen ein deutlicher Rückgang auf etwa den Wert von 2011, damals gab es 147 Einbrüche. Stetig zurück gegangen ist die Zahl der Einbrüche in Gewerbeimmobilien von 71 in 2011 auf aktuell 27.

„Das ist wohl ein Ergebnis der Investitionen, die wir im diesem Bereich getätigt haben“, vermuten Ralf Lorenzen und Jörg Marienberg. Dazu gehören die Einsetzung von Sonderermittlern und zivilen Einsatzkräften. Letztere sind vielfach in den Wohngebieten unterwegs und beobachten als Zivilstreife die Nachbarschaft. Das Team besteht aus vier Beamten plus vier Beamte, die zusätzlich eingesetzt werden können. Und schließlich wurde die Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei in diesem Bereich stark ausgeweitet.

Kriminalität in Ahrensburg: Weniger Diebstähle

In Ahrensburg zurück gegangen ist auch die Zahl der Autodiebstähle – gegen den Trend in Stormarn, im Kreis ist die Zahl stark gestiegen. So wurden 2015 noch 238 Diebstähle in Ahrensburg registriert, in 2017 waren es 163. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist von 335 in 2015 und 291 in 2016 auf jetzt 229 zurück gegangen.

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Insgesamt liegt die Diebstahlskriminalität in der Schlossstadt auf einem stark gesunkenen Niveau. Im Jahr 2007 wurden 2.061 Taten registriert, einen zweiten Höhepunkt erlebte die Stadt in 2015 mit 1.603 Taten. In 2017 waren es 1.220 Taten im Bereich Diebstahl und damit der geringste Wert überhaupt seit 2007.

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Folgenreiches Tatmuster: Betrug durch falsche Polizeibeamte

Doch die Arbeit der Polizei verlagert sich auf einen Bereich, der sich nun in Ahrensburg dramatisch auswirkt: die Betrugsdelikte. Das sind nicht nur Betrugsfälle im Rahmen des Internethandels durch zum Beispiel nicht gelieferte oder nicht bezahlte Ware. Sondern das sind vor allem betrügerische Straftaten durch so genannte „Falsche Polizeibeamte“.

Bei diesen Straftaten täuschen die Betrüger vor, Polizeibeamte zu sein. Bei Telefonanrufen, die auch mit gefälschter Amtsnummer der Polizeireviere geführt werden, setzen sie die Geschädigten psychologisch geschickt unter Druck. Die Opfer fühlen sich veranlasst, ihr Vermögen im guten Glauben, für Sicherheit zu sorgen, an die Verbrecher zu übergeben. Mehrere tausend Euro Schaden können dadurch schnell für den Einzelnen entstehen. In Ahrensburg wurde ein Fall bekannt, bei dem das Opfer 250.000 Euro an die Betrüger übergeben hat.

Die Kriminalpolizei warnt: Polizeibeamte immer überprüfen

„Die Täter sind sehr geschickt“, betonte Ralf Lorenzen, „sie sprechen zum Beispiel von betrügerischen Banken oder von ermittelten Straftätern, in deren Visier das Opfer geraten sei. Dann heißt es, dass das Vermögen nur zu sichern sei, in dem es an die Polizei übergeben wird.“ Der Verdacht, es handele sich um falsche Polizeibeamte, erfolge kaum.

Lorenzen warnt auf der Versammlung des Vereins: „Bitte seien Sie immer kritisch. Es reicht nicht einmal aus, sich den Dienstausweis der Beamten zeigen zu lassen – wissen Sie denn, wie der echte Dienstausweis aussehen muss? Und fälschen kann man den natürlich auch.“

Der dringende Rat des Kriminalbeamten: „Lassen Sie niemanden in die Wohnung, auch die Polizei nicht. Schließen Sie die Tür und rufen Sie über Amt bei der Polizei an, um zu überprüfen, ob Beamte auch tatsächlich entsprechend im Dienst sind. Bei Telefonanrufen rufen Sie selber beim Polizeirevier zurück und lassen sich Auskunft geben über den Beamten, der sie angerufen haben soll.“

Und dann ergänzt Lorenzen noch: „Wir – die echten Beamten – sind nicht böse, wenn wir vor verschlossener Tür stehen, solange Sie die Tür dann auch irgendwann wieder aufmachen!“

Betrug durch falsche Polizeibeamte: Tatortschwerpunkt ist Stormarn und Lauenburg

Eine genaue Statistik zu den Fallzahlen gibt es nicht, zudem wird vermutet, dass zahlreiche Versuche oder auch begangene Taten der Polizei aus Scham gar nicht angezeigt werden. Eine bedenkliche Zahl gibt es aber: Waren es in 2016 landesweit 152 Fälle und im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg 30 Fälle, so stieg die Zahl in 2017 landesweit auf 649 und im Bereich Stormarn und Herzogtum Lauenburg auf 347 Taten. Das bedeutet auch: Die Hälfte der Fälle landesweit geschehen in Stormarn und Lauenburg.

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

Quelle: Kriminalpolizei Ahrensburg

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