Gastbeitrag Bürgerinitiative Mehr Sicherheit in Großhansdorf: Vorsichtiger Optimismus

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Großhansdorf (ve/pm). Erfolge bei der Einbruchsbekämpfung verzeichnet die Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“ mit vorsichtigem Optimismus. Lesen Sie einen Gastbeitrag der Bürgerinitiative zu ihrer Hauptsversammlung.

Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Großhansdorf: Der amtierende Vorsitzende Hans-Jürgen Bendfeldt und sein Vorgänger Jochen Kube (von links). Foto: Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Großhansdorf

Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Großhansdorf: Der amtierende Vorsitzende Hans-Jürgen Bendfeldt und sein Vorgänger Jochen Kube (von links).
Foto: Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Großhansdorf

Auf der Jahresmitgliederversammlung der Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“ gab es einiges Erfreuliches zu berichten. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging von 59 im Vorjahr auf 50 zurück. Neun Einbrüche weniger bedeutet neunmal weniger Traumatisierung, weniger Verlust von Eigentum und weniger Ärger.

Genauso froh sind die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) darüber, dass 56 Prozent der gemeldeten Einbrüche im Versuchsstadium stecken geblieben sind. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Einbrecher in mehr als der Hälfte der Fälle die Nase gestoßen haben“, erklärte Hans-Jürgen Bendfeldt, Vorsitzender der Bürgerinitiative.

„Unsere jahrelangen Bemühungen mit Aufklärungsarbeit und praktischen Vorführungen haben sicherlich dazu beigetragen, dass die Großhansdorfer ihre Wohnungen und Häuser stärker sichern als früher. Vielleicht hat sich das in einschlägigen Kreisen herumgesprochen“, so Bendfeldt. Gerade weil viele Einbrüche in Norddeutschland auf das Konto großer, gut organisierter und herumreisender Banden gehen, könnte diese Tatsache noch weitreichendere Folgen in der Zukunft haben.

Aufklärungsquote stieg auf 11,2 Prozent

Der auf der Mitgliederversammlung anwesende Erste Polizeihauptkommissar Ralf Lorenzen, Leiter der Kriminalpolizei Ahrensburg, stellte die wesentlichen Inhalte der polizeilichen Kriminalstatistik Schleswig Holstein mit Schwerpunkt auf Stormarn und Großhansdorf vor. „Zwar ist auch bei dieser Quote sicherlich noch Luft nach oben“, stellte Lorenzen fest, „aber ein solcher Schritt in die richtige Richtung spornt uns alle immer wieder an.“ Nähere Einzelheiten zur polizeilichen Kriminalstatistik finden Sie auf der Internetseite der Bürgerinitiative unter www.mehrsicherheit.info.

Hilfe durch Landespolitik

Der Ahrensburger Kripochef ging auch auf die durch die Landesregierung in Kiel angekündigte Einstellung von 500 zusätzlichen Polizeibeamten ein. Genau wie die BI begrüßte er diese Maßnahme, wies aber darauf hin, dass es noch einige Jahre dauern werde, bis sich diese Maßnahme in der täglichen Polizeiarbeit auswirken wird. In der heutigen Zeit, bei Vollbeschäftigung, ist es nicht leicht, 500 Bewerber zu finden, die den strengen Auswahlprozess überstehen. Daran schließt sich eine dreijährige Ausbildung an, so dass niemand erwarten kann, morgen bereits mehr Polizeipräsenz im Lande vorzufinden.

Bereits durch die durchgeführte Strukturreform macht sich positiv bemerkbar, dass im Bereich der Polizeistation Ahrensburg ständig zwei Streifenwagen und häufig noch zivile Fahrzeuge im Einsatz sind, die im Alarmfall in sehr kurzer Zeit auch in Großhansdorf sind.

Dies bestätigte auch Birgit Feddern, die zur Zeit die Polizeistation Großhansdorf leitet. Sie gab einen guten Überblick über den Ablauf den Ereignisse nach Erstattung einer Anzeige. Viele Teilnehmer verstanden danach besser, dass die Bearbeitung einer Anzeige eine Fülle von weiteren Arbeitsschritten auslöst, die alle mehr oder weniger zeitaufwendig sind.

Wohnungseinbruchsdiebstahl jetzt Verbrechen mit höherer Strafe

Der erste Polizeihauptkommissar Lorenzen wies zum Schluss seines Vortrages noch darauf hin, dass seit Oktober 2017 Wohnungseinbruchsdiebstahl mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug bedroht ist. Damit ist diese Straftat von einem Vergehen zu einem Verbrechen hochgestuft worden. Das ist nicht nur ein neues Etikett: Bei einer Mindeststrafe von einem Jahr gehen die Haftrichter viel eher davon aus, dass sich die Täter dem Prozess durch Flucht entziehen werden, weil sie die hohe Strafe fürchten. Das führt dazu, dass Haftbefehle wegen dieses Haftgrundes eher ausgesprochen werden und Untersuchungs-Haft angeordnet wird. Wenigstens für diese Zeit besteht dann keine Wiederholungsgefahr.

Der Vorsitzende Bendfeldt konnte noch berichten, dass im abgelaufenen Jahr wieder mehrere Tausend Beobachtungsgänge durch die Mitglieder der Bürgerinitiative durchgeführt worden waren, davon viele in der Nacht. „Wir hoffen sehr, dass wir auch in der Zukunft durch unsere Arbeit dazu beitragen können, Großhansdorf sicherer zu machen,“ schloss der Vorsitzende, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass noch weitere Mitglieder, insbesondere jüngere, hoch willkommen seien.

Quelle: Bürgerinitiative Mehr Sicherheit in Großhansdorf

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