Ausstellung in Ahrensburg: Die Protestanten und der Nationalsozialismus

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Ahrensburg (ve/pm). Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur – auch für die Landeskirche Nordelbien ein Thema. Mit einer Wanderausstellung, die jetzt nach Ahrensburg kommt.

Ein Blick von oben auf die Stadt Ahrensburg Richtung St. Johanneskirche. Foto:© Silke Mascher/ahrensburg24.de

Ein Blick von oben auf die Stadt Ahrensburg Richtung St. Johanneskirche.
Foto:© Silke Mascher/ahrensburg24.de

„Neue Anfänge nach 1945?“ ist der Titel der Ausstellung. Unter diesem Titel geht eine Wanderausstellung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland der Frage nach, wie der Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Bereich der Kirche verstanden und in die Wege geleitet wurde. Betrachtet wird der Zeitraum zwischen 1945 und 1985.

„In sechs Themenfeldern dokumentiert die Ausstellung, in welcher Weise sich die im lutherischen Norden lange Zeit vorherrschende nationalprotestantische Mentalität, die die Hinwendung zum Nationalsozialismus gefördert hatte, nach 1945 zunächst wieder durchsetzte und Wirkungsmacht entfaltete“, schreibt die Kirche dazu auf ihrer Internetseite. Im Vordergrund stünden konkrete Fälle und Beispiele aus den nordelbischen Landeskirchen und Gemeinden. Gezeigt würden auch der mühevolle Weg von Auseinandersetzung und Dialog über Jahrzehnte, der schließlich zu einer Veränderung der Kirche führte.

Die Wanderausstellung der Akademie der Nordkirche “Neue Anfänge nach 1945?” wird seit dem vergangenen Jahr in mehreren Gemeinden und Kirchen Schleswig-Holsteins und Hamburgs gezeigt.

Eröffnung der Wanderausstellung „Neue Anfänge nach 1945?“

Am Sonnabend, 5. Mai 2018, eröffnen Propst Hans-Jürgen Buhl, Kirchenkreis Hamburg-Ost, und Herbert Meißner, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, die Ausstellung um 18 Uhr in der St. Johanneskirche. Eine Einführung gibt Dr. Stephan Linck, auf dessen Forschungen die Ausstellung mit dem Untertitel „Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen“ beruht. Der Förderverein St. Johannes hat die Organisation in Kooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde übernommen.

Die Ausstellung soll bis Mittwoch, 30. Mai 2018, mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst bis 12 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Zusätzlich können nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten Führungen durch die Ausstellung angeboten werden.

In Vorträgen und Diskussionsrunden wird das Thema beleuchtet

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung beleuchten die Thematik. Sie gibt es am Donnerstag, 17. Mai 2018, um 19 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Die Landeskirche Schleswig-Holsteins im und nach dem »Dritten Reich«“. Wie verhielt sich die Kirche vor Ort gegenüber dem NS-Regime? Thematisiert werden pastorale Positionierungen zum Nationalsozialismus am Ahrensburger Beispiel: von aktiver Unterstützung des Regimes über innerkirchliche Selbstbehauptung bis hin zu Formen des Widerstandes. Gegeben wird auch ein Ausblick auf die landeskirchliche Entnazifizierung. Referent ist Helge-Fabien Hertz, Historiker und Doktorand der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Am Mittwoch, 23. Mai 2018, folgt um 18 Uhr ein Vortrag mit dem Titel „Ein Pastor in den 1950ern – Nachdenken über meinen Vater Roland Linck“ von und mit Dr. Stephan Linck. Am Sonntag, 27. Mai 2018, wird ab 9.30 Uhr ein Gottesdienst in der St. Johanneskirche gefeiert. Den Gottesdienst leitet Pastor Oliver Okun, die Predigt hält Pastorin Hanna Lehming, Beauftragte der Nordkirche für christlich-jüdischen Dialog.

Geöffnet ist die Ausstellung in der St. Johanneskirche, Rudolf-Kinau-Straße 19 in Ahrensburg jeweils mittwochs bis freitags in der Zeit von 16 bis 19 Uhr und nach den Gottesdiensten bis 12 Uhr. Interessierte können Führungen buchen. Anfragen nimmt Dr. Klaus Tuch vom Förderverein St. Johannes per Mail unter dr-tuch@t-online.de oder telefonisch unter 04102 / 594 59 entgegen.

Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Website www.nordkirche-nach45.de.

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