Vernissage in der Galerie im Marstall: Suse Bauer und die Zukunftsangst

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Ahrensburg (ve). Vernissage am Sonntag: Haben wir wirklich einen Einfluss auf die Konstruktion der Zukunft?, fragt Suse Bauer in ihrer Kunst.

Das Bild "Der Abgrund unter mir heißt Zukunft" von Suse Bauer entstand im Jahr 2017, das Ölgemälde auf Papier ist im Original 70 mal 50 Zentimeter groß. Foto:©Suse Bauer

Das Bild „Der Abgrund unter mir heißt Zukunft“ von Suse Bauer entstand im Jahr 2017, das Ölgemälde auf Papier ist im Original 70 mal 50 Zentimeter groß.
Foto:©Suse Bauer

Vom 15. April bis zum 27. Mai 2018 präsentiert die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn die Ausstellung „Der Abgrund unter mir heißt Zukunft“ der in Hamburg lebenden Künstlerin Suse Bauer. Die Ausstellung findet in der Galerie im Marstall Ahrensburg statt und zeigt ein Beziehungsgeflecht aus Skulptur, Installation und Wandarbeiten.

Suse Bauers greift in ihren Arbeiten die Sprache des Konstruktivismus auf. Die Zukunft sei zu konstruieren, mit technischen Mitteln zu gestalten, formulierte dieser am Beginn des 20. Jahrhunderts parallel zur Technisierung der Industrie. Mit ihrem Rückgriff auf die Formensprache fragt Suse Bauer danach, ob dies aus heutiger Sicht geschehen ist. Dabei bleiben auch ihre Bilder klar und konstruiert, technisiert. Und doch verlassen die Bildinhalte die Formen des Konstruktiven, die technisierte Gradlinigkeit und die Visualisierung einer maschinellen Produktion.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jahresthemas der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn Linie-Netz-Verbindung statt. Die Arbeiten von Suse Bauer sind auf Leinwand oder Papier, in Keramik oder Beton gefertigt. Oftmals bestehen Arbeiten aus mehreren Teilen und setzen sich in einem Raster zu einem Ganzen zusammen.

Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn: „Der Transfer der Formensprache in die Gegenwart verdeutlicht die Utopielosigkeit unserer Zeit. Die Frage wird laut, welchen Einfluss der aktuelle Mangel an Zukunftsvisionen auf den Einzelnen, die Gesellschaft und die künstlerische Produktion hat.“

In Ahrensburg sind zum Beispiel großformatige, aus mehreren Elementen bestehende Scans zu sehen. Ihre Vorlagen, Kompositionen aus Ton, wurden nach ihrem Scan zerstört. In anderen Werken werden Raster auf Oberflächen aufgetragen, eingekratzt oder gedrückt. Mal sind es figürliche Objekte, wie aus Ton geformte Nudeln, mal abstrakte Elemente, die geradezu provozierend frei auf den vorgegebenen Strukturen platziert sind. Nicht selten packt die Betrachter das dringende Bedürfnis nach Sortierung.

Suse Bauer ist 1979 in Erfurt geboren. Sie lebt und arbeitet in Hamburg. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in der Galerie Conradi, Hamburg, Emmanuel Post in Leipzig & Berlin, Timothy Taylor Gallery in London & im Kunsthaus und Kunstverein Hamburg.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. April 2018, um 16 Uhr in der Galerie im Marstall Ahrensburg von Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein und Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, eröffnet. Zur Einführung spricht Anna Sabrina Schmid, Kuratorin des Hamburger Kunsthauses.

Geöffnet ist die Ausstellung jeweils mittwochs, sonnabends und sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr. Suse Bauer lädt zu einem Künstlergespräch am Sonntag, 13. Mai 2018, um 15 Uhr. Jeden Mittwoch um 16 Uhr lädt die Galerie im Marstall Ahrensburg zudem Interessierte zu einer Führung durch die Ausstellung ein. Anmeldungen zu den einzelnen Veranstaltungen sind nicht erforderlich, der Eintritt ist jeweils frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Zu den Ausstellungen der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn in der Galerie im Marstall gibt es auch regelmäßig ein Kinderatelier. Zu dieser Ausstellung findet es am Sonnabend, 21. April 2018, in der Galerie im Marstall Ahrensburg und Sonnabend, 28. April 2018, im Atelier Mamülei in Ahrensburg statt. Anmeldungen zum Kinderatelier sind unter der Rufnummer 04102 / 70 78 10 15 oder per E-Mail unter info@stormarner-kinderatelier.de möglich.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.galerie-im-marstall.de.

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