Great Grandma Janice Harrington: Aus dem Leben einer Bluessängerin

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Ahrensburg (ve). Janice Harrington ist eine in Norddeutschland bekannte Blues- und Gospelsängerin. Doch wer kennt eigentlich ihre – nicht ganz gewöhnliche Geschichte?

Die Blues-Sängerin Janice Harrington, im Bild mit Armin Diedrichsen, gastiert mit ihrer Band im Ahrensburger Marstall. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Blues-Sängerin Janice Harrington, im Bild mit Armin Diedrichsen, gastiert mit ihrer Band im Ahrensburger Marstall.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Einen kleinen Einblick in die 76 Jahre ihres Lebens möchte die Jazzerin jetzt im Marstall Ahrensburg geben. Ihrem Konzert gibt sie den Titel „Great Grandma Jan – What my Eyes have seen“. Es ist am Freitag, 27. April 2018, im Ahrensburger Marstall und beginnt um 20 Uhr. Der Vorverkauf der Eintrittskarten läuft an den bekannten Vorverkaufsstellen, online gibt es Tickets unter bei ticketmaster.de.

Janice Harrington: Fünf Kinder, 19 Enkel, acht Urenkel

Das mit der Great Grandma ist nicht übertrieben – Janice Harrington hat fünf Kinder, ein Sohn ist verstorben, 19 Enkel und acht Urenkel. Denn sie wurde bereits als Teenager schwanger, heiratete und bekam bis zum Alter von Anfang 20 ihre fünf Kinder.

Geboren wurde sie 1942. Ihre musikalische Karriere begann 1967, als sie für das US Militär in verschiedenen U.S.O. Shows während des Vietnam-Krieges auftrat. Es folgten Engagements bei Musik und Theater, Janice Harrington stand mit Künstlern wie Billy Daniels, Lloyd Bridges, Frank Sinatra Jr., Sammy Davis Jr. und Lionel Hampton auf der Bühne.

Mit großen Jazzmusikern auf der Bühne

„Ich hatte immer viel Unterstützung von meiner Familie“, sagt sie heute. Und doch hat sie einen radikalen Schnitt gemacht: Anfang der 80er Jahre kam sie nach Norwegen. „Ich war schon als Kind immer in den Gott Thor verliebt“, lacht sie heute, „den habe ich dann in Norwegen getroffen und auch geheiratet.“ Die Ehe allerdings hielt nur wenige Jahre. Doch Janice Harrington blieb in Europa, kam über Engagements mit der NDR Bigband nach Hamburg und lernte dort schließlich ihren vierten Mann Werner Gürtler kennen, mit dem sei seit vielen Jahren verheiratet ist.

Wohlfühlfaktor Deutschland

Heute lebt sie in Lüneburg und fühlt sich wohl in Deutschland. „Wenn ich in Amerika durch die Straßen gehe, habe ich Angst vor Rassismus und Gewalt, in Deutschland habe ich das nicht.“ Und sie hat eine neue Aufgabe gefunden: Gospel-Workshops. „Ich bin die Mutter der Gospel-Workshops in Deutschland“, sagt sie klar heraus. Das macht sie inzwischen sogar an Grundschulen und Kindergärten. „Ich liebe die Arbeit mit den Kindern und der Musik – und was macht die Kinder stärker, als Bühnenpräsenz und Rhythmus zu erlernen und zu üben?“

Das alles wird sie am Freitag in kurzen Anekdoten berichten. In ihrer munteren und mitreißenden Art und natürlich mit viel Gesang. Mit auf der Bühne steht ihr Mann, der sicher auch ein bisschen erzählen wird. Und mit auf der Bühne steht ihre Band, bestehend aus der Pianistin Amy Zapf, dem Bassisten Bernd Kuchenbäcker, Miele an den Drums und Hans Malte Wittie, Flöte und Saxofon. Sie singt Lieder, die sie in ihrem Leben begleitet haben – und beginnt natürlich mit einem Gospel, „Oh happy day“.

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