Städtebauförderungsprogramm: Mit diesen Maßnahmen soll Ahrensburg saniert werden

0
image_pdfimage_print

Ahrensburg (ve). Es begann mal mit einer Summe von 15 Millionen Euro, inzwischen sind es 75 Millionen Euro. Sie sollen die Stadt Ahrensburg zukunftsfähig machen.

Themenbild Städtebauförderungsprogramm. Die Ziele des Programmes für die als Denkmal geschützte Innenstadt. Investiert werden sollen insgesamt 76 Millionen Euro. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Themenbild Städtebauförderungsprogramm. Die Ziele des Programmes für die als Denkmal geschützte Innenstadt. Investiert werden sollen insgesamt 76 Millionen Euro.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Das ist die akutelle Summe, die für das Städtebauförderungsprogramm derzeit geplant ist. Seit 2014 wird daran gearbeitet, dieses Programm für die Stadt im Rahmen des Denkmalschutzes fest zu zurren. Nun haben die Planer auf Einladung von Bürgermeister Michael Sarach vor interessierten Gästen das Ergebnis ihrer Arbeit öffentlich vorgestellt.

An einem Sonnabend Nachmittag bei besten Sonnenschein war das Interesse an der Veranstaltung nicht sonderlich groß, etwa 50 Interessierte fanden sich im Peter-Rantzau-Haus ein. Und doch war die Debatte nicht minder intensiv.

Mehrfahr wurde auf ahrensburg24.de über das Städtebauförderungsprogramm und die vorlaufenden Planungen berichtet. Die Veranstaltung bot nun die Chance, zu erfahren, was in den kommenden 15 Jahren tatsächlich in der Stadt passieren soll. „Und es wird passieren“, so Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro BPW baumgart + partner, „seien Sie versichert.“ Die Stadt müsse jeweils im Haushaltsplan festlegen, welches Projekt im nächsten Haushaltsjahr angegangen werden soll. „Und dann zahlen Bund und Land die entsprechenden Zuschüsse, das Geld liegt dann auf dem Treuhandkonto“, so Schlegelmilch, „und es muss dann auch ausgegeben werden, sonst hat die Stadt Ahrensburg ein Problem.“

Soll heißen: Auch wenn vor jedem Einzelprojekt politische Debatten und Beschlüsse erfolgen oder sogar noch Ideenwettbewerbe ausgeschrieben werden müssen, sorge das Städtebauförderungsprogramm dafür, dass die Planungen auch zeitnah beschlossen und umgesetzt werden. Ein Ausufern und endloses Fortführen oder Vertagen politischer Beschlüsse sei ausgeschlossen. „Sie werden sehen“, so Schlegelmilch, „das Programm wird schon in den nächsten fünf Jahren eine besondere Dynamik entwicklen und die Stadt verändern.“

Städtebauförderung: Das soll passieren. Kay Renner von der Stadtverwaltung, Bürgermeister Michael Sarach, Anja Schwarz von der Stadtverwaltung sowie Frank Schlegelmilch und Claudia Dappen von BPW baumgart + partner (von links) stellen den Abschluss der Voruntersuchungen vor. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Städtebauförderung: Das soll passieren. Kay Renner von der Stadtverwaltung, Bürgermeister Michael Sarach, Anja Schwarz von der Stadtverwaltung sowie Frank Schlegelmilch und Claudia Dappen von BPW baumgart + partner (von links) stellen den Abschluss der Voruntersuchungen vor.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Sein Wort in Gottes Gehörgang, möchte man rufen, denn die Debatten, öffentlichen Veranstaltungen und politischen Diskussionen um das Programm in den vergangenen fünf Jahren waren nicht einfach und schon gar nicht schnell entschlossen. „Es hat eine Weile gedauert“, benennt es auch Claudia Dappen von BPW baumgart + partner, die wie Frank Schlegelmilch das Projekt betreut und ähnliche Prozesse in anderen Kommunen kennt. Nun aber, so konstatierte sie in ihrer Präsentation, sei weitestgehende Einigung erzielt.

Themenbild Städtebauförderungsprogramm. Die Ziele des Programmes für die als Denkmal geschützte Innenstadt. Investiert werden sollen insgesamt 76 Millionen Euro. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Themenbild Städtebauförderungsprogramm. Die Ziele des Programmes für die als Denkmal geschützte Innenstadt. Investiert werden sollen insgesamt 76 Millionen Euro.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Städtebauförderungsprogramm für Ahrensburg: Das sind die Maßnahmen

Derzeit fest steht und in der Vorbereitung ist die Sanierung des Rathauses. Mit den Arbeiten könne voraussichtlich 2020 begonnen werden, so Dappen.

Alles weitere liegt noch im Bereich der Grobplanung, politische Beschlüsse stehen vor jeder Einzelmaßnahme. Und diese sind:

Die Sanierung und Aufwertung der Innenstadt durch Umbau des Rathausplatzes und Stormarnplatzes, eventuell Neubau einer Tiefgarage unterhalb des südlichen Rathaus-Platzes sowie Neugestaltung der Hamburger Straße zwischen Rondeel und AOK-Kreuzung

Dabei ist die Vereinheitlichung des so genannten Dreizacks aus Hamburger Straße, Hagener Allee und Manhagener Allee langfristiges Ziel. Hagener und Manhagener Allee sind saniert, könnten aber mittelfristig ebenfalls neu gestaltet werden. „Es liegt daher nahe, im Bereich der Hamburger Straße einen Standard zu setzen“, so Dappen, „der dann später die Innenstadt insgesamt aufwertet.“ Schließlich ist dieser Dreizack und seine Fortführung in die Große Straße und Klaus-Groth-Straße Richtung Schloss das städtebauliche Denkmal, dass mit diesem Programm vorrangig erhalten werden soll.

Teil dieser Sanierung ist auch die Neuordnung des Parkraumes, insbesondere durch Neubau von Tiefgaragen und dadurch, dass die privaten Parkhäuser besser erreichbar und an die Innenstadt angebunden werden sollen. Kurz- und Langzeigparken könnte neu geordnet werden und damit die Attraktivität der Innenstadt – die derzeit durch eine konfliktreiche Kombination aus Autoverkehr, Fahrradverkehr und Fußgängern beeinträchtigt sei – gesteigert werden.

Wie so oft, führt auch dies auf der Versammlung zu Diskussionen. „Sie können Parkraumbewirtschaftung nicht ausprobieren und die Stadt einfach mal autofrei machen“, wandte etwa Stefan Skowronnek vom Kaufhaus Nessler ein, „Kunden, die einmal als Kunden verloren sind, kommen nicht wieder.“ Er warnte davor, den Parkraum einzuschränken, da der Einzelhandel in der Innenstadt stark beeinträchtigen würde, zumal gerade in Ahrensburg ein Großteil der Kunden von außerhalb kämen und die Stadt nur mit dem Auto erreichen könnten.

Eine Anwohnerin brachte ein Beispiel aus Uelzen ein: „Die Stadt ist zum Beispiel an den Markttagen autofrei und der Markt erstreckt sich dann durch die ganze Innenstadt.“ Das habe die Attraktivität ungemein gesteigert und werde als Erfolg gewertet. Und es sei auch für Ahrensburg eine Idee.

„Wir sind mit dieser Diskussion vertraut“, ergänzte Claudia Dappen, „und haben die Interessen der Einzelhändler, Autofahrer und andere intensiv abgewogen. Unser Vorschlag, den Parkraum am Rand der Innenstadt zu stärken und innerhalb der Innenstadt für Kurzparker zu öffnen, ist ein Kompromis.“ Wichtig sei dabei gerade die Planung der Neuen Straße in Richtung der privaten Parkhäuser als zentrumsnaher Parkraum.

Die Sanierung des Bahnhof-Vorbereiches und Omnibus-Bahnhofes als Eingang in die Innenstadt

Dies ermögliche eine Modernisierung des derzeit kaum noch ausreichend dimensionierten Busbahnhofes sowie den Bau eines Fahrradparkhauses zum Beispiel direkt am Parkhaus Alter Lokschuppen.

Neue Wegeführung Richtung Alter Markt

Die beiden Katen dokumentieren die bäuerliche Vergangenheit der Stadt und seien Teil des Denkmalschutzes. Der gesamte Bereich „Bei der alten Kate“ könnte saniert und damit auch eine fußläufige Anbindung an das Schloss besser erreicht werden.

Die Sanierung und Aufwertung des Platzes Alter Markt

Dies sei ebenfalls ein Hauptpunkt des Städtebauförderungsprogrammes. „Der Platz hat sehr viel Potenzial, liegt aber derzeit eigentlich brach“, so Dappen. Allerdings sei Straßenführung, Platzstruktur und alter Baumbestand schwer neu zu ordnen, Dappen: „Da bedarf es sicher eines Ideenwettbewerbes.“

Die Sanierung des Bereiches zwischen Alter Markt und Schloss

Früher sei durch die alte Wache und der Übergang in Richtung Bagatelle die Verbindung zwischen Schloss und Innenstadt präsent gewesen. Dass sei durch den Abriss der Gebäude verloren gegangen, so Dappen. Die Umgestaltung des Weges Richtung Bagatelle mit zum Beispiel einem Neubau für ein Café könnte diese Wegeführung wieder herstellen.

Die Umgestaltung des Bereiches Marstall, Speicher, Gutshof

Das Sanierungsgebiet der Innenstadt wurde auf diesen Raum ausgeweitet, der Speicher gehört inzwischen der Stadt. Derzeit wird politisch diskutiert, welcher Nutzung der Speicher zugeführt werden kann.

Der Ausbau der „Stadt-Eingänge“

Ein Manko der Ahrensburger Innenstadt sei es, dass so genannte Stadt-Eingänge fehlten. Für Außenstehende sei die Lage und quasi der Eintritt in die Innenstadt nicht sichtbar. Das gelte auf der Seite der Neuen Straße genauso wie am Eingang zur Hamburger Straße oder im Bereich der Lübecker Straße. Eine deutliche Gestaltung dieser Bereiche würde die Attraktivität der Innenstadt stärken.

Die Sanierung öffentlicher Gebäude

Neben dem Rathaus gehören zum Beispiel das Bruno Bröker Haus oder die Villa Kunterbunt ebenfalls in das Projekt, auch wenn Mittel zum Teil aus anderen Fördertöpfen finanziert würden.

Sanierung privater Gebäude

Ein Teil des Städtebauförderungsprogrammes könnte es auch sein, Investitionen in private Gebäude zu fördern. Dafür sei es erforderlich, dass die Stadt ein entsprechende Satzung mit Förderrichtlinien erstelle.

Teilen.

Kommentieren