Tiefgarage am Stormarnplatz: Urbane Doppelnutzung mit Park und Skateranlage

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Ahrensburg (ve). Wie kann eine Tiefgarage unter dem Stormarnplatz errichtet werden? Die Machbarkeitsstudie liegt nun vor und wurde im Bau- und im Umweltausschuss präsentiert.

Der Stormarnplatz zwischen Rathaus, Peter-Rantzau-Haus und Bruno-Bröker-Haus. Foto:ahrensburg24.de

Der Stormarnplatz zwischen Rathaus, Peter-Rantzau-Haus und Bruno-Bröker-Haus.
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Die Tiefgarage unterhalb des Stormarnplatzes wird als eine der Lösungen des Parkraum-Problemes in der Ahrensburger Innenstadt gesehen. Für die Innenstadt soll im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes das Parkraum-Leitsystem der Stadt mit einigen Parkplätzen in der Innenstadt und vielen Parkplätzen an ihrem Rand verstärkt werden. Dadurch soll die Innenstadt etwas autofreier und attraktiver werden.

Ein kurzer Weg in die Innenstadt wäre über eine Tiefgarage am Stormarnplatz möglich. Die allerdings wird nicht als Teil des Städtebauförderungsprogrammes gesehen, da es sich um einen Neubau handelt. Die Stadt müsste den Bau also – anders als die Maßnahmen des Förderprogrammes – selber finanzieren.

Tiefgarage unter dem Stormarnplatz: Wie kann das funktionieren?

Nun ist eine solche Tiefgarage kein kostengünstiger Kleinbau, sondern ein Großprojekt. Die Gremien der Stadt hatten daher das Büro „WRS – Architekten und Stadtplaner“ mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Es sollte untersuchen, wie eine Tiefgarage gebaut werden könnte und was sie kosten würde.

Gebaut werden soll die Tiefgarage unterhalb der Wiese zwischen Bruno Bröker-Haus, Peter-Rantzau-Haus und Rathaus jenseits der Kunstrasenplätze. Letztere wären von dem Bau nicht betroffen. Auf dem Dach der Tiefgarage soll eine Art Stadtpark entstehen. Die Einfahrt der Tiefgarage könnte entweder an vorhandene Einfahrten am Peter-Rantzau-Haus oder dem Rathaus angeschlossen werden oder über einen neuen Zugang auf der südlichen Seite des Rathauses erfolgen.

Drei Varianten der Tiefgarage wären möglich: Eine erste Variante liegt komplett unterhalb der Erde, der Rasenplatz könnte auf dem Dach der Tiefgarage neu erstellt werden. Dieser Bau wäre mit Blick auf den Erhalt des Grundwasserspiegels nur eingeschossig möglich. Die Verfasser der Machbarkeitsstudie nannten die Nachteile: Ein geschlossen unter der Erde liegender Bau sei kostenintensiv, da ausreichend Treppenzugänge, ein umfangreicher Brandschutz und eine umfassende Belüftungsanlage mit gebaut werden müssten.

Offene Bauweise ist kostengünstiger

Sie favorisieren die beiden anderen möglichen Varianten. Die werden in offener Bauweise gebaut, bei der der obere Bereich und das Dach der Tiefgaragen oberhalb der jetzigen Wiese lägen. Zwischen ein und zwei Meter ragt das Gebäude aus dem Boden heraus. Offene Betonkonstruktionen lassen aus der Garage quasi ein tiefer gelegtes Carport werden mit der Folge, dass keine Belüftungsanlage sowie Brandschutz und Zugänge in geringerer Dimension erstellt werden müssten. Eine solche Tiefgarage ist auch durch das einfallende Tageslicht für viele Nutzer attraktiver.

Das Dach dieser Tiefgarage ließe sich genauso wie das Dach einer geschlossenen Tiefgarage begrünen und gestalten. Möglich wäre es, eine 70 Zentimeter dicke Erdschicht aufzutragen, so dass sogar Bäume dort gepflanzt werden könnten. Auch der Bau eines Stadtparks und einer Skateranlage wären also möglich. Mehr noch: In Richtung der Kunstrasenplätze könnte eine Art Treppen-Tribüne für Zuschauer erstellt werden.

Sichtbarster Unterschied zur geschlossenen Garage wäre nicht nur der offene Blick auf die Parkplätze. Um die Belüftung ausreichend garantieren zu können, müsste in der Mitte des Daches über den gesamten Platz in der Parkanlage eine Öffnung als Spalt erfolgen.

Ein Vorteil sei, so die Gutachter, dass ein eingeschossiger Bau der Tiefgarage in dieser Form oberhalb des Grundwassers liegen würde. Überprüft wurde es auch, einen Teil der Tiefgarage zweigeschossig zu bauen. Dieser Bereich würde vermutlich in das Grundwasser reichen.

Auf diese Weise ließen sich bei einer eingeschossigen Variante 240 Stellplätze realisieren, bei einer geteilten Bauweise 360 und bei einer zweigeschossigen Bauweise 480 Stellplätze.

Auch die Kosten haben die Gutachter grob überplant. Eine eingeschossige, offene Tiefgarage kostet circa 4,37 Millionen Euro. Die gleiche Variante in geschlossener Bauweise würde circa 6,8 Millionen Euro kosten. Eine anderthalb geschossige offene Tiefgarage würde 5,2 Millionen Euro kosten, eine anderthalb geschossige geschlossene Tiefgarage 7,8 Millionen Euro. In diesen Kostenschätzungen sind die Begrünung, die Erstellung des Parks und der Skateranlage sowie die Zuwegung nicht enthalten.

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