Offene Ganztagsschule: An der Grundschule Reesenbüttel soll sie eingerichtet werden

0
image_pdfimage_print

Ahrensburg (ve). Die Stadt Ahrensburg geht einen neuen Weg, um die Schulkinder nach der Schule betreuen zu können. An der Grundschule am Reesenbüttel soll eine Offene Ganztagsschule (OGS) eingerichtet werden.

Themenbild Grundschule am Reesenbüttel. Foto:©ahrensburg24.de

Themenbild Grundschule am Reesenbüttel.
Foto:©ahrensburg24.de

Die OGS ist seit Anfang 2016 Thema in der Schule. Sie wird als Weg gesehen, die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder nachhaltig sicher zu stellen. So sieht es der Bildungsausschuss und will dies zur Beschlusslage auch der Stadtverordnetenversammlung auf ihrer Sitzung am Montag, 28. Mai 2018, vorschlagen.

Unterschied zu bisherigen Offenen Ganztagsschulen: Die OGS fußt auf verlässlichen Betreuungszeiten und es sollen pädagogische Fachkräfte durchgehend für die Betreuung der Kinder zuständig sein. Daher wird für die Organisation der OGS auch ein externer Träger gesucht.

Offene Ganztagsschule: Offen für alle Kinder der Grundschule

Nicht allen ist klar: Die Betreuung der Kinder in Schulhorten ist zwar eine freiwillige Leistung der Kommunen, unterliegt aber strukturell der Heimaufsicht. Damit gelten für die Einrichtung von Horten sowohl mit Blick auf die Raumausstattung als auch mit Blick auf die Betreuung gesonderte Kriterien. Auf eine Offene Ganztagsschule müssen diese nicht angewendet werden.

Mit der Folge, dass sowohl konzeptionell die Arbeit mit den Kindern von der Schule festgelegt werden kann als auch die Rahmenbedingungen. So soll die OGS grundsätzlich von allen Kinder der Grundschule besucht werden können, auch zum Beispiel den Kindern aus Ammersbek.

Nicht zuletzt hat das auch einen praktischen Hintergrund: Für eine OGS können die Klassenräume einer Schule genutzt werden, für einen Hort nur bedingt. Die Stadt spart also zunächst einmal Ausbaukosten für einen Hort. An der Grundschule am Reesenbüttel allerdings nur mittelbar, denn die Klassenräume des Neubaus, der in diesen Tagen mit einer offiziellen Feier eingeweiht werden soll und in dem die Kinder schon seit einigen Wochen unterrichtet werden, sind auch mit Blick die Erfordernisse für eine Hortbetreuung gebaut worden.

Schulelternbeirat und Elternbeirat des Hortes am Konzept beteiligt

Die Einrichtung der Offenen Ganztagsschule erfolgt mit und auf Initiative der Schulleitung, des Kollegiums und der Eltern. Insbesondere der Schulelternbeirat hat sich stark bei der Erstellung des Konzeptes eingebracht. Auch eine Beteiligung des Elternbeirates des Hortes erfolgte schließlich.

Und den Eltern war es wichtig: Die Betreuung an der Offenen Ganztagsschule muss eine Kombination aus verlässlicher Betreuung durch direkte Bezugspersonen sein und gleichzeitig Interesse für eine aktive Freizeitgestaltung wecken. Das Angebot soll daher eine Kombination aus Hausaufgabenhilfe, Freizeit für freies Spiel und Freizeit-Aktivitäten wie Musik oder Sport Fortbildung.

Die Offene Ganztagsschule soll allen Kindern der Grundschule offen stehen. Die Hortbetreuung steht derzeit prinzipiell zunächst den Eltern zur Verfügung, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit auf eine Betreuung angewiesen sind. Grundsätzlich benennt die Stadt derzeit einen Bedarf von 50 Prozent der Schulkinder, für die Hortplätze errichtet werden. Bereits schon jetzt ist dieses Angebot erweitert worden auf derzeit etwa 60 Prozent.

Gesellschaftlicher Wandel: Betreuungslücke nach der Zeit in der Kindertagesstätte

Doch noch immer reichen die Plätze nicht aus, um alleine den vorrangigen Bedarf zu decken. Mittelfristig wird davon ausgegangen, dass über 80 Prozent der Eltern auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen sind. Das hat eine ganz einfachen Grund: Es sind die Eltern, die nach dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ihre Berufstätigkeit schon früh wieder aufgenommen haben und mit dem Eintritt ihres Kindes in die Grundschule quasi in eine Betreuungslücke fallen. Seit Jahren gibt es daher in Ahrensburg eine Lücke zwischen Betreuungsbedarf und Betreuungsangebot, dass auch immer wieder zu strittigen Debatten in den Gremien der Stadt geführt hat. Auch dies ist einer der Gründe, warum die OGS am Reesenbüttel eingeführt wird.

OGS am Reesenbüttel: Die geplanten Zeiten der Gruppen

Insgesamt soll es verschiedene Angebote und Gruppen geben, die sich nach dem Betreuungsbedarf der Eltern richten:
– 9 Frühgruppen für 160 Kinder, Betreuungszeit von 6.45 bis 7.45 Uhr
– 9 Gruppen für 200 Kinder, Betreuungszeit von 11.50 bis 13.00 Uhr
– 16 Gruppen für 360 Kinder, Betreuungszeit von 13.00 bis 14.15 Uhr
– 13 Gruppen für 280 Kinder, Betreuungszeit von 14.15 bis 15.15 Uhr beziehungsweise AG-Angebote
– 6 Gruppen für 140 Kinder, Betreuungszeit von 15.15 bis 15.45 Uhr beziehungsweise offene Angebote
– 3 Spätgruppen für 70 Kinder, Betreuungszeit von 15.45 bis 17 Uhr

In einer Gruppe sollen bis zu 22 Kinder von zwei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern betreut werden, eine davon soll eine pädagogische Fachkraft zum Beispiel als Sozialpädagoge sein. Bei der zweiten Fachkraft wird entweder entsprechende Berufserfahrung oder die Teilnahme an einer Fortbildung erwartet.

Wer macht die OGS? Europaweite Ausschreibung

All‘ dies soll jenseits des heutigen Hortes und des Kollegiums von einem freien Träger organisiert werden. Daher soll das Projekt ausgeschrieben werden, aufgrund der gesetzlichen Vorgabe wird es europaweit ausgeschrieben. Diese Ausschreibung soll, stimmt die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Montag, 28. Mai 2018, zu, bereits im Juni 2018 erfolgen. Inklusive Prüfung der Angebote und Genehmigungen sowie schließlich der Personalsuche und der Organisation der OGS soll dann laut Plan bis zum Somer 2019 alles stehen. Die OPS könnte dann ihren Betrieb zum Schuljahr 2019/2020 aufnehmen.

Das bedeutet auch: Der Hort der Grundschule am Reesenbüttel, derzeit in der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), wird dann geschlossen. Das hat zu großen Irritationen geführt sowohl beim Kollegium des Hortes als auch bei den Eltern des Hortes. Denn es war zeitweise nicht klar, ob aufgrund von Kündigungen der Betrieb bereits nach den Sommerferien 2018 überhaupt noch aufrecht erhalten werden kann.

Teil der Überlegung ist es daher, dem Personal des Hortes einen Wechsel an die Offene Ganztagsschule zu ermöglichen. Mit einem großen Fragezeichen: Denn die Einstellung des Personals erfolgt vom Träger – und der steht heute noch gar nicht fest.

Kommentieren