Kinderarmut im Kreis Stormarn – Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor

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Stormarn (je/pm). Der Kreis Stormarn gilt gemeinhin als wohlhabender Landkreis, doch auch hier ist Kinderarmut weit verbreitet. Konkrete Zahlen dazu liefert der dritte Armutsatlas für den Kreis Stormarn, den der Kreisverband Stormarn des Deutschen Kinderschutzbundes jetzt veröffentlicht.

Deutscher Kinderschutzbund stellt 3. Armutsatlas vor - Situation von Kindern im Kreis Stormarn verschlechtert sich. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

Deutscher Kinderschutzbund stellt 3. Armutsatlas vor – Situation von Kindern im Kreis Stormarn verschlechtert sich. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

Birgitt Zabel, Erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes im Kreis Stormarn, weist auf den dringenden Handlungsbedarf von Politik und Verwaltung hin: „Vor neun Jahren haben wir den ersten Armutsatlas veröffentlicht, der leider nichts an Aktualität verloren hat. Die Zahlen der Kinder bei uns, die als arm gelten, ist in den letzten Jahren sogar kontinuierlich weiter angestiegen. Und das, obwohl die Arbeitslosenzahlen in unserem Landkreis inzwischen so niedrig sind wie nie zuvor. Der Wohlstand in unserer Region geht an vielen Kindern und Jugendlichen komplett vorbei, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander“, betont die langjährige Vorsitzende.

Kinderarmut im Kreis Stormarn - Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor: Hartz-IV. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

Kinderarmut im Kreis Stormarn – Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor: Hartz-IV. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

Kinderarmut im Kreis Stormarn – Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor

Bad Oldesloe und Glinde sind die Kommunen mit dem höchsten Prozentsatz an armen Kindern. Nach offizieller Statistik der Arbeitsagentur leben in Bad Oldesloe 830 Kinder, die sogenannte Hartz IV Leistungen beziehen. Das sind 18,4 Prozent aller Oldesloer Kinder. Rechnet man die anderen Kinder dazu, die ebenfalls Anspruch auf das sogenannte „Bildungs- und Teilhabepaket haben“, kommt man auf ungefähr 1.450 Kinder. Das sind ein Drittel aller Kinder in der Kreisstadt. Doch auch in Kommunen mit einer geringeren Anzahl an Kindern, die dauerhaft von Armut betroffen sind, gilt es, sich des Themas endlich anzunehmen. Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, weist darauf hin: „Auch wenn nur zehn Prozent der Kinder in einer Kommune als arm gelten, so ist es doch für jedes einzelne Kind demütigend mitzuerleben, dass es bei vielen Aktivitäten der Altersgenossen nicht dabei sein kann. Der grundgesetzliche Anspruch eines jeden Kindes auf ein Mindestmaß an Bildung und Teilhabe ist für viele dieser Kinder nicht eingelöst.“ „Jetzt sind diese Kinder dran“, bringt es Loeding auf den Punkt. „In Zeiten der sprudelnden Steuereinnahmen gilt es endlich, wirksame Unterstützung für die über 7.000 Stormarner Kinder auf den Weg zu bringen.“

Kinderarmut im Kreis Stormarn - Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor: Alle armen Kinder. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

Kinderarmut im Kreis Stormarn – Kinderschutzbund stellt dritte Auflage des Armutsatlas vor: Alle armen Kinder. Foto: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn

In den nächsten Wochen setzen sich die kommunalen Parlamente im Kreis Stormarn neu zusammen und es gilt dann für alle politisch Verantwortlichen, Programme auf den Weg zu bringen, um armen Kindern und ihren Eltern mehr Perspektiven zu ermöglichen. Der 3. Armutsatlas des Kinderschutzbundes stellt grundlegende
Informationen und Zahlen zum Thema Kinderarmut dafür zur Verfügung. In einer Auflage von 2.000 Exemplaren wird er in den nächsten Wochen flächendeckend den Verantwortlichen in Städten und Kommunen sowie der Kreispolitik und -verwaltung zur Verfügung gestellt. Letztlich sind alle gefordert, das Thema Kinderarmut endlich ernst zu nehmen, damit im Zusammenspiel verschiedener Akteure neue Maßnahmen ins Leben gerufen werden, um den Kindern hier im Kreis Stormarn ein Leben mit Zukunft zu ermöglichen. (Quelle: Deutscher Kinderschutzbund Stormarn)

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